„Ich bin durch harte Zeiten gegangen“

von Redaktion

Unternehmensübergabe als Herausforderung – Daniela Ludwig besucht junge Wasserburger Unternehmerin

Wasserburg – Ein Unternehmen zu gründen, erfordert Mut und Hartnäckigkeit. Die Unternehmensübergabe eines Familienbetriebs ist aber auch eine enorme Herausforderung. Darin ist sich die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister des Innern, Daniela Ludwig, mit Simone Huber aus Wasserburg einig. Die 32-jährige gelernte Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker-Meisterin übernahm 2019 das Familienunternehmen Huber von ihren Eltern. Damals war es eine Firma für Rollläden, Sonnenschutz und Gartenmöbel. Das ist auch heute noch so – doch in ganz anderer Form.

Einschneidende
Veränderungen nötig

Denn Simone Huber musste angesichts der Marktsituation einschneidende Veränderungen vornehmen. Sie trennte sich von allen Mitarbeitern, löste das Lager und die Ausstellungsräume auf. Inzwischen hat sie mit „Huber – mein Lebensgefühl“ einen reinen Online-Shop. „Ich bin durch harte Zeiten gegangen“, berichtete sie bei einem Gespräch mit der Wahlkreisabgeordneten in Wasserburg. „Aber eines wusste ich immer: Aufgeben ist keine Option.“

Daniela Ludwig besucht regelmäßig Betriebe in ihrem Wahlkreis und pflegt so einen intensiven Kontakt mit der heimischen Wirtschaft. „Es ist mir ein Anliegen, öffentlich darzustellen, wie viel Energie, Mut und Herzblut es braucht, um einen Familienbetrieb zu übernehmen. Ein ‚Weiter so‘ gibt es fast nie. Denn der Markt ändert sich, die Technik ändert sich, und auch das Kundenverhalten ist einem ständigen Wandel unterworfen“, erklärt Ludwig. Viele Menschen gingen zudem nicht mehr in Ausstellungen oder Geschäfte, sondern würden im Internet nach ihren gewünschten Produkten suchen. „Dass sich Simone Huber als Einzelunternehmerin einer solchen Aufgabe gestellt hat, ist bewundernswert. Davor ziehe ich meinen Hut“, betont Ludwig.

Die junge Unternehmerin musste viel lernen. Denn die Welt der Rollläden und Markisen war und ist meist eine Männerwelt. „Ich lernte Bankgespräche hartnäckig und erfolgreich zu führen. Mir macht heute niemand mehr etwas vor. Das war nicht leicht“, berichtet die 32-Jährige. Obwohl sie einen Online-Shop hat, ist sie im engen Kontakt mit ihren Kunden. „Ich fahre auch zu ihnen hin und berate sie vor Ort, wenn es beispielsweise um die Gestaltung von Terrassen geht.“ Für ihr reichhaltiges Warensortiment hat sie viele Firmen als Partner gewonnen. Auch für die Montage von Markisen oder Rollläden.

Netzwerk „Ohnice“
für Unternehmerinnen

Das Thema Generationenwechsel bei Unternehmen ist in Bayern von enormer Bedeutung. Nach Angaben des Bayerischen Wirtschaftsministeriums werden im Freistaat zwischen 2027 und 2031 rund 52.500 Betriebe mit einem erwirtschafteten Mindestgewinn von 50.000 Euro und rund 668.000 Mitarbeitern vor einem Generationswechsel stehen. „In dieser Statistik sind die kleinen Unternehmen, wie das von Simone Huber, noch gar nicht enthalten“, so Ludwig. „Auch im Handwerk ist das Thema akut.“

Simone Huber ist ein Energiebündel. Mit einer Bekannten hat sie auch das Unternehmerinnen-Netzwerk „Ohnice“ gegründet, das in der ganzen Region erfolgreich ist. Und sie ist frisch gewählte CSU-Stadträtin in Wasserburg. „Ich weiß aus eigener, jahrelanger Erfahrung, dass Frauen Netzwerke brauchen, gerade auch als Einzelunternehmerin. Wenn ich einmal nicht weiter weiß, ist die Meinung anderer Unternehmerinnen sehr wichtig. Das baut mich wieder auf.“ Außerdem, so betont sie, müsse man schon mitmischen in der Politik, wenn man was verändern wolle.

Für Daniela Ludwig ist Simone Huber ein Vorzeige-Beispiel für starke Frauen im Mittelstand. „Ohne solch starke Frauen wäre unser Mittelstand ein Stück ärmer. Simone Huber zeigt aber auch, dass es gerade kleine und mittlere Firmen sind, die unsere Wirtschaft in der Region am Laufen halten.“

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