SHK-Handwerk mahnt langfristig verlässliche Rahmeneckdaten an

von Redaktion

Aus der Hauptversammlung der Innung – Obermeister Pflügl: Unabhängigkeit von fossiler Energie nur mit dem Handwerk

Traunstein/Altötting/Mühldorf – Sie gehört zu den größten Handwerkervereinigungen im südostbayerischen Raum: die Innung für Spengler, Sanitär- und Heiztechnik Traunstein, der zum Stichtag 31. Dezember des vergangenen Jahres 158 Mitgliedsbetriebe aus den Landkreisen Traunstein, Altötting und Mühldorf angehören. Am Freitag fand die Jahreshauptversammlung der Innung in Hammer mit guter Beteiligung statt.

Innungsobermeister Josef Pflügl gab bekannt, dass man derzeit 194 Anlagenmechaniker und 36 Spengler ausbilde.

Kritik gab es in Richtung der Bundespolitik. Vermisse man doch langfristig verlässliche Rahmeneckdaten. „Wir brauchen keine nächste Fristverlängerung. Wir brauchen endlich klare Regeln, die länger halten als eine Legislaturperiode.“

„Viele Betriebe von uns fahren nur noch auf Sicht.“ Dabei sei gerade das Handwerk dafür bekannt, dass man Lösungen finde und für neue Technologien offen sei. „Nur mit dem Handwerk kann und wird die Unabhängigkeit von fossilen Energien gelingen!“ Er erwarte die Energiewende erst im Jahre 2065. Damit sei man auf europäischer Ebene Schlusslicht. Ablehnend äußerte er sich zu der von der Bundesregierung angekündigten und inzwischen wieder gekappten 1.000-Euro-Entlastungsprämie und dem Tankrabatt. Seine Forderungen an „die Politik“: Steuererleichterungen und Bürokratieabbau. Das SHK-Handwerk sei durch das Heizungsgesetz „zum Spielball der Politik geworden.“ Auch in der Abänderung des ungeliebten Gesetzes der Ampelregierung seien jetzt „wieder alle Vorschläge der Verbände in den Wind geschlagen worden“. „Der Referentenentwurf der Bundesregierung liest sich in meinen Augen wie ein Drehbuch aus einem Horrorfilm!“ so der zu der Thematik frustriert-fassungslose Obermeister über den 156-Seiten-Entwurf. „Das Handwerk ist viel weiter als die Politik.“

Insbesondere ging man auch auf die Bildungssituation ein („Während Schulen kämpfen, diskutiert die Politik über Hymnen“). Die SHK-Innung Traunstein habe sich mit ihren Vorstellungen an die heimischen Bundestagsabgeordneten Siegfried Walch, Stephan Mayer (beide CSU) und Bärbel Kofler (SPD) gewandt. Neun Punkte umfasst das dreiseitige Schreiben unter dem Motto „Die Wärmewende wird nicht im Gesetzestext entschieden, sondern mit konkreten Umsetzungen vor Ort. Das SHK-Handwerk ist dabei zentraler Partner.“

Vorstandsmitglied Markus Fischer ging auf die aktuelle Situation bei den Spenglern ein. „Arbeit ist da, aber die Rahmenbedingungen werden nicht einfacher“, sagte er gerade auch mit Blick auf Dachsanierungen. Ein großes Thema sei die Kombination aus Spenglerarbeiten und Photovoltaik. Steigende Kosten insbesondere im Bereich Aluminium und Dämmung machten Sorgen. Ausufernde Bürokratie und der Fachkräftemangel kämen erschwerend hinzu.

Thomas Pate, Leiter des SHK-Bildungszentrums, ging auf die Zahlen der letzten Gesellenprüfung ein. Gesamt wurden in den beiden Prüfungen Sommer 2025 und Winter 2026 insgesamt 53 Gesellen bei den Anlagenmechanikern freigesprochen. Bei den Spenglern haben – in der erfolgreichsten Spenglerprüfung seit 16 Jahren – von den zwölf angetretenen Prüflingen elf diese erfolgreich abgelegt.

Nicht unbedingt angenehm war das Thema Beitragserhöhung für die Mitgliedsbetriebe. Eine Erhöhung der Beiträge um rund acht Prozent sei unumgänglich. Die Beitragserhöhung wurde einstimmig beschlossen. Ein Extralob gab es für Thomas Aigner als stellvertretenden Kreishandwerksmeister, der das SHK-Handwerk in den vergangenen Jahren in dem hohen Handwerksgremium in den vier Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land und ergänzend in Teilen von Altötting und Mühldorf gut vertreten habe.

Im Nachgang legte Dagmar Sinzinger von der Kreishandwerkerschaft die Jahresrechnung 2025 vor. Der Umfang zeigte eindrucksvoll die Dimension und Größe der Innung. Die Innung schloss mit einem leicht negativen Jahresergebnis ab. Dem zustimmenden Votum der Rechnungsprüfer Klaus Berreiter und Reinhard Bösch folgend, wurden der Vorstand und die Geschäftsführung ohne Gegenstimme entlastet. Auch der vorgelegte Haushaltsplan für das laufende Jahr wurde einstimmig durchgewunken. Die beiden Mitglieder des Rechnungsprüfungsausschusses wurden in ihrem Ehrenamt einstimmig bestätigt.

Im Rahmen der Hauptversammlung wurden auch die Meisterbeisitzer im Prüfungsausschuss bei den Anlagenmechanikern gewählt. Diese sind nach einstimmiger Wahl Bernhard Manetsberger, Thomas Aigner, Lambert Axthammer, Klaus Berreiter, Alois Beutlhauser, Reinhard Bösch, Stephan Friesinger, Martin Langwieder, Hans Ludwig, Herbert Reininger, Maximilian Schlager, Stefan Schmitzer, Anton Winkler und Willy Heyer, Stefan Hoferer, Georg Hölzl, Timo Kleinschroth, Christoph Köbinger und Thomas Koch.

Stellvertretender Kreishandwerksmeister Thomas Aigner würdigte das Engagement der Mitarbeiterinnen der Kreishandwerkerschaft. Stellvertretender Obermeister Timo Kleinschroth und Aigner überraschten den für einen Moment sprachlosen Obermeister mit einer Holzbank und wünschten ihm für die Nutzung Zeit und Ruhe. Standing Ovations der anwesenden Innungsmitglieder machten deutlich, welch hohen Respekt er und seine Arbeit für die Innung und das SHK Handwerk genießen.

Eine besondere Ehrung wurde Lambert Axthammer zuteil. Der Installateur- und Heizungsbaumeister war von 1993 bis 2022 Innungsmitglied und bekleidete über Jahrzehnte eine Reihe von Ehrenämtern in der Innung. Er wurde zum Ehrenmitglied ernannt. wz

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