Wasserburg/Rechtmehring/Albaching/Soyen – Schon vor einem halben Jahr hatte die RSA mit einem ungewöhnlichen Tagungsort auf die Brisanz einer Generalversammlung aufmerksam gemacht: Am 12. November 2025 hatte sie die Badria-Halle in Wasserburg angemietet und sogar noch ein Zelt angebaut. Etwa 1.100 Mitglieder waren gekommen, um über den „Sanierungsfall RSA“ zu hören. Schon damals war eine mögliche Fusion mit der „meine Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim“ thematisiert worden.
Jetzt geht es erneut an die Alkorstraße in Wasserburg, die Stadt, in der die RSA-Bank mit Hauptsitz in Rechtmehring auch eine Filiale hat: diesmal nicht in die Badria-Halle, sondern ins Frühlingsfestzelt. Die Wiesn ist Pfingstmontag beendet worden, die Location bleibt jedoch extra stehen: für die Generalversammlung der RSA.
Wo 13 Tage lang getrunken, getanzt und gefeiert worden war, wird es am 17. Juni alles andere als fröhlich: Dann geht es um die Zukunft einer Bank, die es seit über 125 Jahren gibt, und die unter einem Schutzschirm steht. Der Grund: Nach Angaben der Prüfer „ausfallgefährdete Kredite in Höhe von mindestens 60 Millionen Euro“, die Stabilisierungsmaßnahmen erfordert hätten. Die RSA soll nach Einschätzung des Genossenschaftsverbands auch zu schnell gewachsen sein. Die Bilanzsumme kletterte 2024 zum ersten Mal auf über eine Milliarde Euro. Dr. Armin Sieber, der für die RSA die Kommunikationsarbeit übernommen hat, verrät auf Anfrage der Redaktion nur so viel zum Ablauf der Generalversammlung: Erneut muss die Presse draußenbleiben. Geladen sind nur die Mitglieder des Geldinstituts, die nach dem Genossenschaftsprinzip auch Eigentümer sind. Nach den Berichten von Vorstand und Aufsichtsrat steht das ebenso spannende Referat über die gesetzliche Prüfung der Geschäftsergebnisse an. Auch Vorstandsmitglieder der meine Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim, Bayerns größter Genossenschaftsbank, werden laut Sieber erwartet.
Dass die Verschmelzung mit der zehnmal größeren VR-Bank Rosenheim kommen soll, verrät die Tagesordnung klar und deutlich: Sie steht unter Punkt sieben. Das Sanierungskonzept werde vorgestellt, der „vorgesehene Zusammenschluss“ und der Verschmelzungsvertrag erläutert. Und die Versammlung soll über den Zusammenschluss abstimmen. Für eine Fusion ist eine Mehrheit von 75 Prozent der anwesenden Mitglieder notwendig. Die RSA-Bank hat laut Homepage 5.223 Mitglieder. Für die Rettung als eigenständiges Haus kämpft seit Monaten eine Interessengemeinschaft, die nach eigenen Angaben etwa 800 Mitglieder hat. Von ihr wird bei der Generalversammlung harter Widerstand erwartet.
Beim geplanten Zusammenschluss geht es auch um Arbeitsplätze: Bei der RSA mit fünf Filialen sind 109 Menschen beschäftigt. In einer Pressemitteilung im April hatte die RSA angekündigt, dass „nach aktuellem Stand“ nach der Fusion alle Kernstandorte erhalten bleiben würden. „Eine Arbeitsplatzgarantie stellt sicher, dass alle Mitarbeiter eine Perspektive behalten und die persönliche Betreuung der Kunden weiterhin vor Ort gewährleistet bleibt.“ Die Bank würde im Falle einer Fusion als eigenständige Vertriebsregion innerhalb der mVR fortgeführt.