RSA: Ehemalige Aufsichtsräte wehren sich

von Redaktion

„Rettet die RSA-Bank“: Das hat sich die Interessengemeinschaft (IG) auf die Fahnen geschrieben. Doch zur Fusion mit der VR-Bank Rosenheim gibt es wohl keine Alternative, wie sich vor der Generalversammlung am heutigen Mittwochabend in Wasserburg andeutet. Derweil formiert sich letzter Protest. Und der ehemalige Aufsichtsrat wehrt sich.

Rechtmehring/Albaching/ Wasserburg/Soyen – Die Vorstandschaft der IG-RSA hat vor dem Hintergrund der bevorstehenden Generalversammlung heute Abend am vergangenen Freitagabend eine Mitgliederversammlung einberufen. Sie sollte nochmals einen Informationsaustausch innerhalb der IG-Mitglieder ermöglichen, teilt die Interessengemeinschaft zum Grund der Versammlung mit. Der Vorstand der IG-RSA war nach eigenen Angaben „positiv überrascht“, dass trotz der gehäuften Termine von Info-Veranstaltungen über 200 der insgesamt 860 Mitglieder der IG-RSA den Weg nach Albaching gefunden hatten.

Ehemalige Aufsichtsräte weisen Kritik zurück

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Rudi Schreyer gab es einen Rechenschaftsbericht durch Soyens Altbürgermeister Karl Fischberger zur Tätigkeit der Vorstandschaft. Es wurden zahlreiche Sitzungen abgehalten, auch mit dem aktuellen Vorstand des Bankhauses RSA, dem Vertreter der ZEB, der für das Sanierungsgutachten verantwortlich zeichnet, und mit dem Prüfungsvorstand des Genossenschaftsverbands Bayern, Dr. Alexander Leißl, berichtete Fischberger.

Franz Sanftl, Altbürgermeister und ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender, nahm noch einmal Stellung zur Rolle des Aufsichtsrats in einer Genossenschaftsbank. Er ging auch auf die Vorwürfe einzelner Mitglieder und vor allem des Genossenschaftsverbandes ein, der Aufsichtsrat hätte seine Mitwirkungs- und Überwachungspflichten in den vergangenen Jahren nicht wahrgenommen. Diese Vorwürfe konnte und wollte Sanftl nicht auf sich, seinen ehemaligen Kollegen und dem aktuellen Aufsichtsrat sitzen lassen: „Der Aufsichtsrat hat nur begrenzte Möglichkeiten zur Einsichtnahme und ist auf die ihm vorgelegten Unterlagen durch den Vorstand und vor allem auf die Prüfungsberichte des Verbands angewiesen. Die Prüfungen einer Bank und deren Geschäftstätigkeit liegen einzig und allein in der Verantwortung des Verbands und darauf muss sich der Aufsichtsrat verlassen können“, so Sanftl.

Brief hinterfragt
geplante Fusion

Franz Linner, Dritter Bürgermeister von Rechtmehring, ging auf das von ihm und Florian Bauer versandte Schreiben an alle Mitglieder des Bankhauses RSA ein. Anlass dieses Briefs, so Linner, war seiner Meinung nach die „mangelhafte Aufklärung der Mitglieder des Bankhauses im Rahmen von sogenannten Mitgliederdialogen, die vom Vorstand der Bank an vier Abenden abgehalten wurden“.

Das Schreiben von Linner und Bauer, das der Redaktion vorliegt, hinterfragt die geplante Fusion kritisch. Der Druck zur Verschmelzung mit der VR-Bank Rosenheim sei nach Wahrnehmung von Linner und Bauer durch die Prüfungen des Genossenschaftsverbands für die Jahre 2024 und 2025 entstanden. „Der erhebliche Unterschied zur Prüfung 2023 wurde den Mitgliedern aus unserer Sicht bis heute nicht schlüssig erklärt“, ärgern sich Bauer und Linner. Nach ihrem Kenntnisstand sei aus den geforderten Wertberichtigungen bisher „kein einziger Kreditausfall eingetreten“.

Die Zusagen zum Erhalt der Standorte und die „angemessene personelle Besetzung“ seien im Verschmelzungsvertrag zu vage formuliert. Interessenkonflikte innerhalb des Verbands seien nicht hinterfragt worden. Den Mitgliedern sei bis dato nicht nachvollziehbar vermittelt worden, was bei einer Ablehnung der Fusion tatsächlich passieren würde.

Appell: Antworten
einfordern

Im Anschluss an die Berichte stellten die Anwesenden viele Fragen. Diese wurden, soweit es möglich war, von den ehemaligen Aufsichtsräten Karl Fischberger und Franz Sanftl, wie auch von Franz Linner, der aus dem Bankwesen kommt, beantwortet, erläutert die IG.

Das Resümee der Veranstaltung war laut Interessengemeinschaft: Die Entscheidung, wie es mit dem Bankhaus RSA weitergehe, könne und müsse nur von den Mitgliedern getroffen werden. „Diese tragen die Verantwortung für die Entscheidungen, die sie in der Generalversammlung treffen“, hieß es. Um Verantwortung tragen zu können, brauche es Transparenz und Aufklärung zur vermeintlichen Schieflage der RSA und darüber, was bei einer Fusion zu erwarten sei. Und die Beantwortung aller Fragen, die den Mitgliedern als Eigentümern der Bank sprichwörtlich auf den Nägeln brennen. Diese Antworten gelte es bei der Generalversammlung einzufordern, um eine Entscheidung treffen zu können.

So reagiert der RSA-Vorstand auf den Brief

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