Da war die Welt noch in Ordnung: Franz Sanftl (Zweiter von links) bei seiner Verabschiedung als RSA-Aufsichtsratsvorsitzender im Mai 2023 mit (von links) Alfred Pongratz (ehemaliger RSA-Vorstand), Bernhard Mayer, der damals den Posten von Sanftl übernommen hat, und dem damaligen RSA-Vorstand Andreas Thalmeier. Foto re
Wasserburg/Rechtmehring/ Albaching/Soyen – Es war ein emotionaler Abend: Doch trotz immer wieder hochkochendem Ärger und vieler Zwischenrufe verlief die Generalversammlung des Bankhauses RSA in Wasserburg geordnet, heißt es aus Teilnehmerkreisen. Zu einem Eklat kam es nicht. Doch es gab ein Ende, das es in sich hatte. Der sechsstündige Abend war fast vorbei, die Fusion mit der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim mit 81 Prozent beschlossene Sache, da kam es noch zu einer emotionalen Geste, die viele der von den Debatten erschöpften Mitglieder gar nicht richtig wahrnahmen: Franz Sanftl, ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender der RSA, und Karl Fischberger, Ex-Aufsichtsrat, gaben die vom Genossenschaftsverband verliehene Ehrennadel für ihr langjähriges Engagement für das Geldinstitut zurück.
Eine Geste mit Symbolkraft, denn für viele ehemalige Aufsichtsräte steht fest: Der Genossenschaftsverband hat „ihre“ Bank im Stich gelassen.
Jetzt gehen die
Ehrennadeln per Post raus
Die ehemaligen Aufsichtsräte wollten die Ehrennadeln nach eigenen Angaben an den anwesenden Prüfungsleiter des Genossenschaftsverbands (GVB), Walter Friedrich, übergeben, mit der Bitte, diese an den Präsidenten Stefan Müller weiterzuleiten. Friedrich habe die Übergabe der Ehrennadeln verweigert und die Versammlung sofort verlassen. Fazit der ehemaligen Aufsichtsräte: „Dann werden wir die Ehrennadeln mit der Post an Herrn Müller zurücksenden!“ Wer wie abgestimmt hat, also für oder gegen die Fusion, wird übrigens ein Geheimnis bleiben. Denn die Stimmen wurden schriftlich abgegeben, diese Vorgehensweise hatten über 65 Prozent der 1.400 anwesenden Mitglieder befürwortet, ist aus Kreisen der Versammlungsteilnehmer zu hören. Zuvor soll Fusionskritiker Florian Bauer noch versucht haben, den Beschluss zur Fusion von der Tagesordnung abzusetzen. Die Mitglieder seien nicht informiert genug, um zu entscheiden, argumentierte er angesichts der seiner Meinung nach zu vielen noch offenen Fragen. Doch dieser Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt.