Krones installiert neuen Automaten

von Redaktion

Um eine Engstelle zu beseitigen und die Bierabfüllung zu sichern, hat Auerbräu in Rosenheim eine neue Verpackungsmaschine von Krones eingebaut. Der Prototyp wurde im laufenden Betrieb ausgetauscht und kann bis zu 36.000 Flaschen pro Stunde verpacken.

Rosenheim – Es ist warm, die Luft steht, Bierflaschen klirren aneinander und aus einer entfernten Ecke des Raumes ist ein undeutlicher Ausruf zu hören. Was im ersten Moment so klingt, als würden sich ein paar Freunde zum Fußballschauen treffen, ist in diesem Fall ein Blick in die Produktion bei Auerbräu. In der großen Abfüllung der Rosenheimer Spezialitätenbrauerei in der Nähe des Rosenheimer Bahnhofs laufen Tausende Flaschen über das Fließband, werden befüllt, etikettiert und sortiert, um am Ende in die Getränkekisten gehoben zu werden. „Genau dieser letzte Schritt war unsere Engstelle”, sagt Josef Kronast, Betriebsleiter der Rosenheimer Brauerei.

Alte Maschine stammt
aus den 1990er-Jahren

Denn die Verpackungsmaschine, die die Flaschen aufgreift, um sie anschließend in die Kästen zu heben, ist in die Jahre gekommen. In den 90er-Jahren baute die Firma Max Kettner den Automaten in die altehrwürdige Halle. Rund 35 Jahre später kommt der neue Prototyp von Krones. Die Firma, die mit der Übernahme von Kettner damals überhaupt erst nach Rosenheim kam und heute eines der größten Unternehmen der Region ist.

„Es ist ein unschätzbares Vertrauen, so lange schon zusammenzuarbeiten. Es zeigt, dass zwei starke Rosenheimer Partner viel bewegen können”, sagt Helmut Schwarz. Er selbst war damals eines der Verbindungsstücke zwischen Kettner und Krones. Rund drei Jahrzehnte später geht der Krones-Werksleiter in den Ruhestand.

Die Einweihung der neuen Maschine ließ sich Schwarz jedoch nicht entgehen. Auf den ersten Blick scheint sie wie der Vorgänger zu arbeiten, jedoch deutlich effizienter. „Wir können damit 36.000 Flaschen pro Stunde verpacken”, meint Kronast. Neben der Automatisierung, Lärmreduktion und Energieeffizienz sei der größte Vorteil der sogenannte Garniturwechsel.

Früher musste ein Mitarbeiter mühsam die Aufsätze per Hand austauschen, wenn ein neues, sogenanntes Gebinde abgefüllt werden sollte. „Ein Wechsel auf einen anderen Flaschentyp war damit nicht nur extrem mühsam, sondern hat circa eine halbe Stunde gekostet“, erklärt der Betriebsleiter. Mit dem automatisierten Krones-Greifarm dauert die Einstellung einer neuen Garnitur nur noch rund zehn Minuten, ohne mehrere Kilo schleppen zu müssen. „Insgesamt können dadurch im Schnitt bis zu 8.000 Flaschen mehr pro Stunde durch unsere Produktion laufen“, sagt Kronast.

Der Aufwand, um den Prototypen einzurichten, war groß. Seit rund einem Jahr läuft die Planung, was genau die Maschine können muss und wie man sie ohne große Verzögerung einbauen kann. Denn jede Minute, die die Produktion in Rosenheim stillsteht, kostet Geld. „Es ist normalerweise kaum möglich und definitiv auch nicht ohne Risiko, so einen Prototypen einzubauen“, betont Reinhard Kastl, Chef von Produktion und Lieferketten der Paulaner Brauereigruppe, von der Auerbräu eine Tochterfirma ist. Doch da die Zusammenarbeit mit dem Verpackungsspezialisten schon über Jahrzehnte zurückgeht, vertraute man einander.

Krones-Prototyp
wird weltweit verkauft

„Wir haben mittlerweile schon mehrere Anfragen und verkaufen den Verpacker an weitere Kunden weltweit“, bestätigt der neue Rosenheimer Werksleiter von Krones, Martin Pitsch. Der moderne Verpacker, der dank tatkräftiger Unterstützung der 120 Mitarbeiter am Rosenheimer Standort innerhalb eines Tages eingebaut wurde, ist jedoch der erste seiner Art. „Das lief alles reibungslos“, freut sich Kronast und hofft, dass die neue Maschine, für die ein niedrigerer siebenstelliger Betrag investiert wurde, nun ebenfalls so lange hält, wie ihr Vorgänger.

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