Elektro-Innung sieht eigene Schlüsselrolle in der Energiewende

von Redaktion

Jahresversammlung Optimistischer Blick in die Zukunft trotz schwieriger Wirtschaftslage

Traunstein – „Heute habt ihr die Möglichkeit, euch mit den Kollegen auszutauschen. Es ist ein wertvoller Punkt, sich Zeit für den persönlichen Kontakt unter ‚Gleichgesinnten‘ zu nehmen“, betonte Peter Müller, Obermeister der Innung für Elektro- und Informationstechnik Traunstein (Elektro-Innung), bei der Jahresversammlung der Handwerksorganisation im Bildungszentrum der Handwerkskammer in Traunstein. Die Elektro-Innung, deren Mitgliedsbetriebe aus den vier Landkreisen Altötting, Berchtesgaden, Mühldorf und Traunstein kommen, verzeichnet stabil 160 Mitglieder und war die größte Innung in der Kreishandwerkerschaft Traunstein-Berchtesgadener Land (Kreiha).

Zu Beginn gedachte die Innung des verstorbenen Joseph Gaßlbauer, Seniorchef der gleichnamigen Firma in Reischach, der im Alter von 80 Jahren verstarb.

In seinem Bericht bezeichnete der Obermeister die wirtschaftliche Lage im Handwerk als „herausfordernd“. Aktuelle Zahlen wie die Frühjahrskonjunkturumfrage zeichneten weitere wirtschaftliche Verschlechterungen auf. „Die allgemeine Wirtschaftskrise in Deutschland wirkt sich weiterhin auch auf unser Gewerk aus“, machte Müller deutlich. Die Betriebe verfügten zunehmend nur noch über eine Auslastung von zwei bis vier Wochen. Gründe für die Verschlechterung der Auftragslage seien ein langsamer Neubau und ein schwaches Geschäftsfeld der erneuerbaren Energien.

„Das bayerische Elektrohandwerk ist trotz dieser Entwicklung vergleichsweise stabil. Die soliden Strukturen in unserer Region und die anhaltende Nachfrage im Bereich der Photovoltaik und den Sanierungsmaßnahmen hält das ‚Rad am Laufen‘“, sagte er – verbunden mit dem Aufruf, die geleistete Arbeit nicht unter Wert zu verkaufen. „Unser Handwerk nimmt eine Schlüsselrolle bei der Elektrifizierung der Energiewende und der Umsetzung von Digitalisierung ein. Auch die künstliche Intelligenz (KI) wird uns zunehmend begleiten“, sagte der Obermeister. „Wir können mit Optimismus in die Zukunft gehen.“

Er warb dafür, dass sich die Innungsbetriebe gegenseitig unterstützen: „Nur gemeinsam sind wir in der Lage, den immer mehr fordernden Kunden eine solide und qualitativ hochwertige Leistung zu bieten.“

Der stellvertretende Obermeister Ludwig Pfandl berichtete von steigenden Umsätzen bei Wärmepumpen und Klimaanlagen, die im Rahmen einer Versammlung des Landesinnungsverbandes bekannt gegeben wurden. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass in Bayern nur mehr 51 Prozent der Elektrobetriebe ausbilden würden. Aus der Fachgruppe Energie- und Gebäudetechnik (ET) berichtete Andreas Randlinger über aktuelle Fachthemen. Neu gewonnen werden konnte Thomas Gaßlbauer junior als Stellvertreter für die Fachgruppe Elektrotechnik.

Die Innung ist zum Jahresende mit insgesamt fast 500 Lehrverträgen eine wichtige Größe auf dem heimischen Ausbildungsmarkt. Lehrlingswart und Prüfungsvorsitzender Alois Ortner ging auf die jüngsten Gesellenprüfungen ein. In den jüngsten Prüfungen bestanden 101 Lehrlinge erfolgreich ihre Gesellenprüfung. Er würdigte das gute Miteinander im Prüfungsausschuss mit seinem Stellvertreter Georg Lohr sowie die konstruktiven Abstimmungen mit der Handwerkskammer. Er ermutigte die anwesenden Mitglieder, junge Menschen auszubilden, um so dem Fachkräftemangel langfristig entgegenzutreten.

Ortner ging gemeinsam mit Manuela Deneri, Geschäftsstellenleiterin der Kreishandwerkerschaft, auf die Erfolge der Berufsinformationsmesse (BIM) ein. Vom 29. September bis zum 1. Oktober soll die Erfolgsgeschichte der BIM fortgesetzt werden. Obermeister Müller betonte, er hoffe auf praktische Unterstützung. Im vergangenen Jahr war man daneben bei der Ausbildungsaktion „OIDA Handwerk“ engagiert und ist auch heuer beim Informationstag im Handwerk dabei, der am 21. November an den Berufsschulen Altötting und Mühldorf stattfindet.

Dagmar Sinzinger von der geschäftsführenden Kreiha konnte inklusive des Vortrags aus dem Vorjahr einen soliden Jahresabschluss 2025 präsentieren. Dass die Innung finanziell auf gesunden Beinen steht, wie Obermeister Müller anerkennend ausführte, wurde auch im positiven Votum der Rechnungsprüfer deutlich. Die einstimmige Entlastung der Innungsvorstandschaft war die Folge.

Auch der Haushaltsplan für dieses Jahr, der relativ geringe Abweichungen zum Rechnungsabschluss 2025 aufweist, wurde durchgewunken. Gleichzeitig bringen Kostenerhöhungen für die Mitgliedschaft langfristig steigende Mitgliedsbeiträge auf Innungsebene mit sich. Die Rechnungsprüfer wurden für ein weiteres Jahr in das Ehrenamt gewählt.

Im Fachvortrag ging Alexander Rosenkranz auf den Glasfaserbau ein, der auch für die Betriebe der Elektro-Innung ein zusätzliches Geschäftsfeld darstellt. Die Gigabit-Infrastrukturverordnung der Europäischen Union schreibt eine physische Infrastruktur mit Glasfaserverkabelung bei neuen Gebäuden verpflichtend vor. Damit ermögliche man insbesondere eine höhere Bandbreite und Geschwindigkeit sowie eine größere Reichweite. Andreas Wittenzellner

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