„Vier Generationen arbeiten an einer Eiche“

von Redaktion

Forstexperten zeigen bei Seminar die Bedeutung von Waldwirtschaft

Traunstein – Die Mischung macht‘s. Der Wald von morgen muss bunt an Baumarten sein, damit er besteht. Das und vieles mehr erfuhr eine Gruppe junger Leute kürzlich im Traunsteiner Stadtwald. Die Studierenden der Landwirtschaftsschule des AELF Traunstein konnten in einem Waldbauseminar Theorie und Praxis miteinander verbinden.

Im Rahmen der landwirtschaftlichen Ausbildung am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein (AELF) fand das Seminar im Traunsteiner Stadtwald statt. Unter der Leitung von Forstdirektor Wolfgang Madl und Revierleiter Konstantin Benker konnten die Schüler ihr zuvor im Unterricht erworbenes Wissen direkt in der Praxis anwenden.

Der rund 600 Hektar große Stadtwald bot ideale Voraussetzungen, um verschiedene Baumarten, deren Funktionen sowie Bewirtschaftungsmöglichkeiten kennenzulernen. Besonders deutlich wurde die Bedeutung einer vielfältigen Mischung heimischer Baumarten wie Buche, Eiche, Fichte, Tanne, Ahorn und Lärche. Die guten Standortbedingungen ermöglichen zudem die Erzeugung hochwertiger Edelhölzer.

Ein Schwerpunkt des Seminars war die Astreinigung und die Erziehung von Wertholz. Wolfgang Madl verdeutlichte die langfristige Perspektive der Waldwirtschaft mit den Worten: „Eine Eiche hat eine Umtriebszeit von bis zu 300 Jahren, bis zu vier Generationen arbeiten an dem Wertholz.“ Ebenso wichtig sei eine klare Zielsetzung in der Waldbewirtschaftung. Dazu betonte Konstantin Benker: „Das Betriebsziel im Waldbau muss im Vorhinein geklärt sein – was möchte ich erreichen?“

Darüber hinaus erhielten die Teilnehmer Einblicke in die Auswirkungen des Klimawandels auf die Baumartenwahl. Während die Fichte früher als besonders geeignet galt, gewinnen trockenheitstolerantere Baumarten wie die Douglasie zunehmend an Bedeutung.

Zum Abschluss stellte Remigius Hammerl von der Waldbesitzervereinigung Traunstein die Unterstützung der Waldbesitzer bei Holzvermarktung und weiteren Dienstleistungen vor. Dabei wurde die wichtige Zusammenarbeit zwischen Forstverwaltung und Waldbesitzervereinigung für eine erfolgreiche und zukunftsorientierte Waldbewirtschaftung hervorgehoben.

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