Der bewegende Weg von Gela Allmann

von Redaktion

Nach einem schweren Sturz hat sich die Sportlerin Gela Allmann zurück ins Leben gekämpft. Beim Wirtschaftsempfang im Kolbermoorer Kesselhaus berichtete die Autorin und Moderatorin vor rund 250 Gästen von ihren Erfahrungen und wie sie trotz schwerer Verletzungen und zahlreicher Operationen nie die Hoffnung verlor.

Rosenheim/Kolbermoor – „Ich kann nach zwölf Wochen fast schon wieder gehen.“ Diesen Satz sagte Gela Allmann aus Fischbachau in einem Video drei Monate nach ihrem Schicksalstag. Am 3. April 2014 stürzte die damals 29-jährige Sportlerin bei einem Fotoshooting während einer Skitour auf Island 800 Meter in die Tiefe. Nach einer dramatischen Bergrettung, zersplitterten Knochen und zahlreichen Notoperationen liegt sie im Krankenhaus.

Sämtliche Bewegungen sind nahezu unmöglich. Zunächst zumindest. Drei Monate später steht sie zum ersten Mal. Auf Krücken gestützt, mit einem komplett zerstörten Kniegelenk und von den Operationen gezeichnet, lächelt sie in die Kamera. Sie sagt diesen Satz, der die Einstellung der heute 42-Jährigen bestens beschreibt. Allmann sieht nach drei Monaten im Krankenbett ein „fast schon wieder gehen“, wo andere ein „ich kann nie mehr richtig laufen“ sehen.

Was viele als unglaubliche Willenskraft definieren, erklärt Allmann zwölf Jahre später mit der Frage nach dem „Warum“. Was genau sie damit meint, erläutert sie vor rund 250 Gästen beim IHK-Wirtschaftsempfang im Kesselhaus Kolbermoor. „Jeder von uns hat ein ‚Warum‘, etwas, für das man brennt“, sagt die Moderatorin. Ihr „Warum“ brachte sie nach ihrer Nahtoderfahrung Schritt für Schritt zurück ins Leben. Einfach war ihr Weg dabei nicht. Das rechte Bein war nahezu unbrauchbar und musste durch eine Transplantation teilweise künstlich ersetzt werden. „Der Nerv vom Oberschenkel bis hinunter zum Fuß wuchs einen Millimeter pro Tag“, meint Allmann. Sie musste sich also darauf einstellen, erst nach knapp zwei Jahren wieder einen vollständigen Schritt machen zu können. Zweifel, das Hinterfragen der eigenen Persönlichkeit und Rückschläge gehörten zum Alltag.

„Aber ich wollte unbedingt wieder auf einem Gipfel stehen“, sagt die Sportlerin. Das Gefühl, nach eigener Anstrengung wieder nach unten zu blicken und die Sorgen im Tal zu lassen, trieb die Mutter von zwei Kindern an.

Heute kann sie wieder zu Fuß gehen, auch ohne Bänder und mit einem künstlichen Knie. Auch Ski- oder Rennradfahren ist wieder möglich. Nur schnell irgendwo hinlaufen wird wohl nie mehr funktionieren.

Der Transfer zu ihrer sehr persönlichen Geschichte, hin zu politischen sowie wirtschaftlichen Herausforderungen, scheint nicht direkt auf der Hand zu liegen, fiel Allmann jedoch leicht. So ist beispielsweise ein schlagkräftiges Team für Allmann auf dem Weg zurück genauso wichtig gewesen wie für den neuen Rosenheimer Oberbürgermeister Abuzar Erdogan im Wahlkampf. „Es braucht Menschen, mit denen man ungeschönt über alle Dinge sprechen kann und die einen immer unterstützen“, meint Erdogan. Alleine sämtliche Probleme zu meistern, sei unmöglich. „Und wer das behauptet, dem glaube ich nicht“, meint der Oberbürgermeister. Disziplin, Routinen und Energie, um große Herausforderungen zu überwinden. All das sind Beispiele, die Allmann im Kesselhaus verdeutlicht. Wer Bürgermeister, Landräte und einen Großteil der regionalen Unternehmer am Ende dazu bringt, sich im Takt der Musik mit den Händen über den Köpfen zu bewegen, schafft es, eine Botschaft zu vermitteln.

Allmanns Energie ist ansteckend und gibt bei allen Problemen in Wirtschaft und Politik einen Anstoß für den ersten Schritt auf dem Weg zum persönlichen Gipfel.

Weitere Bilder vom IHK-Wirtschaftsempfang finden Sie auf ovb-online.de.

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