Rosenheim – Nach rund fünfeinhalb Jahren ist Schluss. Jens Wucherpfennig, Geschäftsstellenleiter in Rosenheim, verlässt die Industrie- und Handelskammer (IHK). Beim Wirtschaftsempfang im Kolbermoorer Kesselhaus bekam der 44-Jährige das letzte Wort und verabschiedete sich von den Menschen, mit denen er so lange zusammengearbeitet hatte.
44-Jähriger verlässt IHK
auf eigenen Wunsch
„Mein größter Dank geht an diejenigen, die man sonst nicht sieht, die aber die eigentlichen Gesichter hinter der Rosenheimer IHK sind“, sagt der scheidende Leiter mit Blick auf die Rosenheimer Mitarbeiter, die sich zum Abschied am Rand des Saals versammelten. Sie hätten einen Großteil dazu beigetragen, dass sich Wucherpfennig nach seinem Amtsantritt im Januar 2021 „pudelwohl“ gefühlt habe. „Und ich kann mittlerweile sagen, dass Rosenheim für mich ein Zuhause geworden ist“, sagte Wucherpfennig.
Nach seinem Studium in Göttingen stieg er bei der IHK für München und Oberbayern als Referent für Fachkräftesicherung und demografischen Wandel ein. Vier Jahre später übernahm er die Geschäftsstelle in Weilheim, bevor er 2021 nach Rosenheim wechselte. Nun verlässt er die IHK auf eigenen Wunsch.
„Jens Wucherpfennig hat dank seiner verschiedenen Stationen und Tätigkeiten in der IHK verinnerlicht, was es heißt, das Gesamtinteresse der heimischen Wirtschaft ausgewogen zu vertreten“, sagt Elke Christian, Mitglied der IHK-Hauptgeschäftsführung. Als Geschäftsstellenleiter habe er immer ein offenes Ohr gehabt. Zudem vermittelte er Kontakte, führte konstruktive Gespräche mit der Politik vor Ort und gab der IHK in der Region eine Stimme.
Wechsel in die
Privatwirtschaft
„In Rosenheim hat Jens Wucherpfennig mit seinen Mitarbeitenden der Geschäftsstelle nicht nur dafür gesorgt, dass es seit drei Jahren einen sehr erfolgreichen IHK-Wirtschaftsempfang Rosenheim gibt, sondern er hat auch unser neues IHK-Büro in Traunstein ins Leben gerufen“, betont die ehemalige Leiterin der IHK-Geschäftsstelle in Ingolstadt. Beides seien wichtige Schritte gewesen, die Sichtbarkeit der IHK in der Region auszubauen. „Ich bedanke mich für die jahrelang enge Zusammenarbeit und das kollegiale Miteinander im Interesse der heimischen Wirtschaft“, sagte Christian.
Über fünf Jahre kümmerte sich Wucherpfennig um die Wirtschaft aus der Region. Egal, ob als Jurymitglied des Rosenheimer Gründerpreises oder als IHK-Wahlbotschafter. Zudem bereitete er den Umzug der Rosenheimer Geschäftsstelle in das moderne Quartier der Lokhöfe vor, der für das vierte Quartal 2026 geplant ist. Die neuen Räume wird Wucherpfennig allerdings nicht mehr selbst beziehen. Zumindest der Region bleibt er jedoch erhalten. „Ich werde zu einem Rosenheimer Unternehmen wechseln“, sagt der 44-Jährige.
Als „offenes Geheimnis“ bestätigt Andreas Bensegger den Wechsel von Wucherpfennig in seine Firma. Für den Büroartikel-Spezialisten wird er die Leitung von Vertrieb und Marketing übernehmen.
Bensegger und Wucherpfennig arbeiteten als Regionalausschussvorsitzender und Geschäftsstellenleiter bei der IHK eng miteinander zusammen und verstanden sich auf Anhieb sehr gut. Beide wollen den Wechsel daher nicht als „Abwerben von der IHK“ verstehen, sondern vielmehr als Chance für Wucherpfennig, nun in der Privatwirtschaft weiterzuarbeiten. „Das wurde auch frühzeitig kommuniziert und lief vollkommen reibungslos“, betont Bensegger.
Suche nach Nachfolger
noch nicht abgeschlossen
Wer auf Jens Wucherpfennig folgen wird, steht noch nicht fest. Bis 31. August bleibt er offiziell noch im Amt. „Die Suche nach einem Nachfolger läuft“, bestätigt der Geschäftsstellenleiter. Einen konkreten Namen gebe es allerdings bisher nicht.
Dadurch, dass Wucherpfennig aber in Rosenheim bleibt, wird auch die Expertise im Landkreis erhalten bleiben. Der Übergang zum neuen Geschäftsstellenleiter soll somit möglichst reibungslos ablaufen.