Reischach – Die Raiffeisenbank Neumarkt-St. Veit-Reischach ist operativ gut durch das herausfordernde Wirtschaftsjahr 2025 gekommen: Dieses Fazit zog deren neuer Vorstandsvorsitzende Helmut Vilsmaier in seinem Bericht zum Jahresabschluss.
Mit rund 950 Millionen Euro vermeldete er eine Bilanzsumme, die um 7,5 Millionen Euro, beziehungsweise 0,8 Prozent, gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen ist.
Erfreuliches vermeldete Vilsmaier zum Sektor „Warenbereich“: Zum 1. Februar dieses Jahres habe die Genossenschaftsbank mit der Übernahme von zwei Mahl- und Mischfahrzeugen der Teisinger Firma Hinterberger eine weitere Sparte erfolgreich gestartet. Eine nächste Erweiterung im Warenbereich sei zum 1. März erfolgt: Von der Raiffeisenbank Taufkirchen-Oberneukirchen habe man das Lagerhaus Taufkirchen übernommen. Mit einem Umsatz von fünf Millionen Euro und den vier Mitarbeitern sei der Standort mit den bürokratischen Hürden an seine Grenzen gekommen, was einfach nicht mehr zu stemmen war, vermeldete Vilsmaier. Neben der Standorterweiterung im Warenbereich vermeldete Vilsmaier auch den Plan einer Filialschließung im Bankbereich. Die seit acht Jahren bestehende Zweigstelle in München, ohne echten Schalterverkehr, werde mit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses des einzigen Mitarbeiters als Teil einer Neuausrichtung der Bank geschlossen. Alle weiteren Zweigstellen stünden aktuell nicht zur Disposition, beruhigte Vilsmaier. „Wir fühlen uns mit unserem Filialnetz in der Region wohl und wollen auch die Dienstleistungen vor Ort aufrechterhalten“, betonte er. Als einen Grund für die Neuausrichtung nannte Vilsmaier die Verschärfungen der Aufsicht und der Prüfung. Kreditkunden würden mittlerweile deutlich kritischer gesehen und die Anforderung an Finanzierungen stiegen – nicht zuletzt auch wegen des gestiegenen Zinsaufwandes.
In der Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsjahres 2025 wies die Bank ein operatives Gesamtbetriebsergebnis in Höhe von 10,07 Millionen Euro, eine Steigerung um 885.000 Euro zum Vorjahr, aus. Neben der regulären Abschreibungen und einer deutlich erhöhten Risikovorsorge in die Kundengeschäfte sowie nach Abzug der Steuern wies die Bank einen Jahresüberschuss von 1,011 Millionen Euro aus. Einstimmige Beschlüsse der anwesenden Genossenschaftsvertreter gab es im Anschluss zur Feststellung des Jahresabschlusses 2025 sowie für die Verwendung des Jahresüberschusses. Hiervon werden 2,75 Prozent an Dividende, in Summe 473.000 Euro, an die Mitglieder ausgezahlt, sowie Zuführungen über 288.000 Euro zu den gesetzlichen Rücklagen und 250.000 Euro zu den Ergebnisrücklagen vorgenommen. Mit ebenso einstimmigem Beschluss wurden die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats entlastet. Im Vorfeld der Beschlüsse wurde auch über das Ergebnis der gesetzlichen Prüfung durch den Genossenschaftsverband Bayern berichtet. Dessen zusammenfassende Schlusserklärung hatte Aufsichtsratsvorsitzender Detlev Busse vollständig vorgetragen. Die Bank verfüge nicht vollumfänglich über eine geordnete Geschäftsorganisation, hieß es darin – neben einigen weiteren Feststellungen und Mängel, etwa zur deutlichen Steigerung der „Non-Performing-Loans“-Quote (deutsch: notleidende Kredite). Wie bereits durch den Vorstand in seinem Bericht schon angesprochen, seien geeignete Maßnahmen der Bank zur ordnungsgemäßen Umsetzung teilweise schon eingeleitet und sehr weit fortgeschritten, vermeldete Busse. Im Übrigen sei der Genossenschaftsbank mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk ein positives Testat erstellt worden, so Busse.