Mit Ausdauer, Können und Durchhaltevermögen

von Redaktion

Herausragende Leistungen bei der Abschlussfeier der BS1 gewürdigt – 54 Staatspreise überreicht

Traunstein – 323 Abschlussschüler, darunter 54 Staatspreisträger (Notendurchschnitt 1,5 oder besser) feierten kürzlich ihren letzten Berufsschultag mit Zeugnisübergabe an der Berufsschule 1 in Traunstein (BS1), zu dem neben den Absolventen und ihren Familienangehörigen viele Vertreter aus Politik und Wirtschaft gekommen waren. Mit rund 600 Anwesenden war die Aula komplett „ausgebucht“. Die Absolventen kommen aus den Landkreisen im südostbayerischen Raum Traunstein, Altötting, Berchtesgadener Land und Mühldorf.

Sieben Absolventen
mit der Traumnote 1,0

Studiendirektor Rudolf Ritter sagte zu Beginn in Richtung der Absolventen: „Es ist geschafft!“ Für die jungen Leute habe sich das Thema Schule nun weitgehend erledigt. „Alles, was noch kommt, ist quasi freiwillig“, so der stellvertretende Schulleiter, der den Erfolg der jungen Berufsschulabgänger in einer Mischung aus Fleiß und Talent begründet sah. Gemeinsam sei man stolz auf die Fachkräfte von morgen.

Zu Beginn der Feier ging es besinnlich-nachdenklich zu. Die Fachschaft Religion/Ethik lud ein, sich unter der Überschrift „Weil du echt sein willst“ Gedanken über Masken zu machen, die Menschen aufsetzen, um nicht ihr wahres Ich zu zeigen. Schüler aus den Bäcker-, Konditor- und Schreinerklassen gaben unter der Leitung von Studiendirektor Franz Deser („berührende und beeindruckende Aussagen“) Begegnungen weiter, die sie in ihrem privaten und beruflichen Leben positiv bewegt hätten.

Landrat Andreas Danzer (UW) sprach von einer „wichtigen Etappe“, die nun ihren Abschluss finde. Er würdigte das Konzept der dualen Ausbildung an der BS 1, das Handwerk, Technik und Praxis miteinander verbinde. Dass der Landkreis das Thema Bildung hochhalte, zeige sich auch in den 150 Millionen Euro, die der Landkreis mit dem Neubau der Berufsschule investiere.

Der im Mai neu ins Ehrenamt gewählte Kreishandwerksmeister Michael Röling sagte für das Handwerk – aber stellvertretend auch für weitere handwerksfremde Ausbildungsrichtungen – mit Respekt an die Absolventen gerichtet: „Hinter euch liegen Jahre voller Einsatz, harter Arbeit und neuer Erfahrungen – in der Berufsschule genauso wie in euren Ausbildungsbetrieben.“ Sie hätten gelernt, Verantwortung zu übernehmen, Herausforderungen zu meistern und sich fachlich wie persönlich weiterzuentwickeln. Mit dem erfolgreichen Berufsabschluss hätten sie einen wichtigen Meilenstein erreicht und eine starke Grundlage für ihre Zukunft geschaffen. In der Zeit, in der gut ausgebildete Fachkräfte wichtiger denn je sind, würden ihnen über die Weiterbildung zum Meister oder mit einem Studium viele Chancen offenstehen. „Nutzt die Chancen und habt Mut, euren eigenen Weg zu gehen.“

Oberstudiendirektor Wolfgang Kurfer blickte in seiner Festrede zurück an den ersten Schultag im September 2023 beziehungsweise 2024 und betonte: „Für manche war dieser Tag voller Freude.“ Der Wunschberuf durfte erlernt werden, die Aussicht auf das erste selbst verdiente Geld weckte Träume. Manche seien aber auch mit einem Gefühl der Unsicherheit gekommen. „Heute sitzen keine unsicheren Berufsschüler mehr hier, sondern junge Erwachsene, die Verantwortung übernommen, Herausforderungen gemeistert, Kompromisse angenommen und bewiesen haben, dass sie ihren Weg gehen können.“ Deshalb sei der Abschluss weit mehr als ein Zeugnis. „Er ist der sichtbare Beweis für Fleiß, Ausdauer, Können und Durchhaltevermögen.“

Im Rahmen der Abschlussprüfung erhielten Absolventen aus den nachfolgenden Gewerken ihre Zeugnisse: Anlagenmechaniker, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Bäcker, Konditoren, Elektroniker, Fachinformatiker, Köche und Fachkräfte Küche, Hotelfachleute, Fachleute für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie und Fachkräfte Gastro, Industriemechaniker, Maschinen- und Anlagenführer, Werkzeugmechaniker, Zerspanungsmechaniker sowie Feinwerkmechaniker, Metallbauer, Spengler, Maler, Schreiner und Zimmerer.

Im Nachgang erhielten die Absolventen ihre begehrten Abschlusszeugnisse. Herausragend und zahlenmäßig imponierend die Zahl der Staatspreisträger der Sommerabsolventen: Ganze 54 von ihnen schafften einen Notendurchschnitt zwischen 1,0 und 1,50. Herausragend in dem großen Feld der Abschlussbesten dabei sieben Absolventen mit einem Schnitt von 1,0: Fabian Aschauer (Maler und Lackierer, Geisler, Schönau), Meghan Foyle (Schreinerin, Schreinerei Walzmühle, Traunreut), Ludwig Pfab (Fachinformatiker, Rosenberger, Fridolfing, Klassenbester), Sebastian Reiter (Fachinformatiker, Rosenberger, Fridolfing, Klassenbester), Michael Scheurl (Bäcker, Bäckerei Kreidl, Ruhpolding), Korbinian Sprinzing (Elektroniker für Betriebstechnik, Stahlwerk Annahütte, Ainring), Fabian Wieker (Zerspanungsmechaniker, Heidenhain, Traunreut).

Musikalisch gekonnt und stilvoll untermalt wurde die Feier von Stefan Starzer (Gitarre) und Andreas Schillinger (Zither). Nach der Zeugnisübergabe standen die Anwesenden noch lange beim Sektempfang zusammen und ließen die Absolventen hoch leben.

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