Eggstätt – Die Geschäftsführung der Knott GmbH hat den seit fast drei Jahrzehnten bestehenden Anerkennungstarifvertrag mit der Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) gekündigt. Wie die IG Metall Rosenheim am Montag (3. August) mitteilte, stößt die Entscheidung bei der Belegschaft, dem Betriebsrat und der Gewerkschaft auf großes Unverständnis.
Gewerkschaft warnt
vor Vertrauensverlust
Die IG Metall Rosenheim wirft der Geschäftsführung vor, die allgemeine Debatte über die schwierige Wirtschaftslage mit der tatsächlichen Situation des Unternehmens zu vermengen. Trotz stabiler Auftragslage und ohne erkennbare wirtschaftliche Notwendigkeit sollen demnach bewährte tarifliche Standards und Entgelte zur Disposition gestellt werden. Besonders kritisch bewertet die Gewerkschaft, dass die Kündigung ausgesprochen wurde, ohne zuvor gemeinsam nach alternativen Lösungen zu suchen.
Bettina Thurl, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Rosenheim, äußerte sich enttäuscht: „Viele Beschäftigte haben die Tarifbindung über Jahrzehnte als Ausdruck von Verlässlichkeit und gegenseitigem Respekt erlebt. Tarifverträge sorgen für transparente und nachvollziehbare Entgeltentwicklungen sowie für Planungssicherheit im persönlichen und familiären Leben. Umso schwerer wiegt die Enttäuschung, dass die Geschäftsführung diesen Weg nun verlassen will.“ Weiter erklärte sie: „Wer einen Tarifvertrag nach fast drei Jahrzehnten kündigt, trifft eine weitreichende Entscheidung für die gesamte Belegschaft. Wir hätten erwartet, dass zunächst das Gespräch gesucht wird. Statt gemeinsam nach tragfähigen Lösungen zu suchen, wurde direkt die Kündigung ausgesprochen. Das ist kein gutes Signal für die Beschäftigten.“
Nach Auffassung der IG Metall geht es nicht allein um einzelne tarifliche Leistungen. Für viele Beschäftigte stehe die grundsätzliche Frage im Raum, wie künftig Entgelte und Arbeitsbedingungen gestaltet werden. Timo Hüther, politischer Sekretär der IG Metall Rosenheim, betonte: „Sich zukunftsfest zu machen, bedeutet in Zeiten des Fachkräftemangels, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein und die Beschäftigten nicht von der Lohnentwicklung abzukoppeln. Wer bewährte Tarifstrukturen zerschlägt, gefährdet den sozialen Frieden im Betrieb und riskiert die Abwanderung qualifizierter Mitarbeiter. Das ist ein Risikotransfer auf dem Rücken der Belegschaft. Die IG Metall wird diese Entscheidung nicht einfach akzeptieren. Gemeinsam mit den Beschäftigten und dem Betriebsrat werden wir uns mit Nachdruck dafür einsetzen, dass Verlässlichkeit, Transparenz und faire tarifliche Arbeitsbedingungen auch künftig ihren Platz bei Knott haben.“
Auch die Belegschaft und der Betriebsrat zeigen sich von der Entscheidung enttäuscht. Der Tarifvertrag galt über Jahrzehnte als Garant für Stabilität, Planbarkeit für Familien und faire Partnerschaft im Werk. Betriebsratsvorsitzender Torsten Kynast erklärte: „In der Belegschaft herrscht große Unverständnis. Seit fast 30 Jahren steht dieser Vertrag für Stabilität und Sicherheit. Dass er nun gekündigt wird, ist für viele Kolleginnen und Kollegen nicht nachvollziehbar.
Unverständnis
in der Belegschaft
Die Beschäftigten haben das Unternehmen auch in schwierigen Zeiten unterstützt. So konnten viele Herausforderungen in der Vergangenheit im Dialog zwischen Geschäftsführung, Betriebsrat und IG Metall gelöst werden. Umso enttäuschter ist es, dass ausgerechnet bei dieser weitreichenden Entscheidung auf einen solchen Dialog verzichtet wurde.