Riedering – Unbeeindruckt von einem tobenden Unwetter trafen sich kürzlich Absolventen, Lehrherren, Eltern und Vertreter der Handwerksinnung, um die neuen Gesellen zu feiern. Der Saal beim Hirzinger in Söllhuben war zum Bersten gefüllt.
Wast Fischer, der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, konnte neben dem Zweiten Riederinger Bürgermeister Andreas Hirzinger auch Landrat Otto Lederer begrüßen. Hirzinger freute sich über die konstant bleibende große Anzahl von Absolventen, welche die so dringend benötigten Fachkräfte darstellen.
Otto Lederer beschrieb, dass die neuen Gesellen nun nicht nur einen großen Schritt in das Berufsleben geschafft haben. Darüber hinaus seien sie gefordert, wertvolle Mitglieder der Gesellschaft zu werden. Aktive Teilhabe in den Gemeinden, in den verschiedensten Ehrenämtern, auch das gehöre neben beruflichen Karrieren zum Erwachsensein.
Obermeister Peter Moser ermunterte die neuen Gesellen – es waren sechs Absolventinnen dabei –, stolz auf die erbrachte Leistung zu sein. Dennoch sei nun wohl die Ausbildung beendet – jedoch keinesfalls das Lernen. Aktive Weiterbildung sei auch und gerade im Handwerk vonnöten. Der stellvertretende Schulleiter der Berufsschule I in Rosenheim, Christian Melchner, forderte den Mut zu eigenen Ideen, wie sie in den Werkstücken des Wettbewerbs „Die gute Form“ zum Ausdruck kämen.
Nachdem jedem Gesellen der Gesellenbrief ausgehändigt worden war, erfolgte die offizielle Freisprechung durch Kreishandwerksmeister Rudi Schiller. Im Anschluss wurden kurioserweise zwei Prüfungsbeste benannt: Der Innungssieger mit einem Notendurchschnitt von 1,5 war Tobias Schmid, der bei Jan Saringer ausgebildet wurde. Der absolut Prüfungsbeste aber war Thomas Loferer aus Riedering mit einem Durchschnitt von 1,4. Er konnte dennoch nicht Innungssieger sein, weil sein Ausbildungsbetrieb kein Mitglied der Handwerksinnung ist.
Danach ging es um die Beurteilung der Gesellenstücke. Beim Wettbewerb „Die gute Form“ konkurrierten diese. Neben Qualität der Fertigung und Komposition in der Darstellung war auch das Kriterium „Pfiffigkeit“ gefragt. Eben der Nachweis einer Ideen-Besonderheit.
Dritte Siegerin wurde Helen Ulitzka, zweite Siegerin Magdalena Riedl und der erste Preis ging an Christoph Tristl. Daneben wurde auch das Werkstück von Leonhard Rohrmoser belobigt. Nach der Ehrung langjähriger Mitarbeiter, die eine Betriebszugehörigkeit zwischen 20 und 45 Jahren aufweisen konnten, bildete einen weiteren Höhepunkt des Abends die Verleihung des Goldenen Meisterbriefes an Josef Reichl senior aus Beyharting, bevor es zum geselligen Teil des Beisammenseins kam. Theo Auer