Vom Ferienarbeiter zum Bereichsleiter

von Redaktion

Als Ferienarbeiter hat seine Laufbahn begonnen, nun hat sich Ludwig Winklmaier nach mehr als 54 Jahren bei der Firma Regnauer in Seebruck in den Ruhestand verabschiedet. In dieser Zeit erlebte er die Entwicklung des Holzbauunternehmens hautnah mit.

Ludwig Winklmaier im Vertriebsbereich vor einem Regnauer-Haus Ende der 1980er-Jahre.

Seebruck – Mehr als 54 Jahre lang hat Ludwig „Luck“ Winklmaier die Geschichte des Holzbauunternehmens Regnauer in Seebruck mitgestaltet – nun ist der 69-Jährige in den Ruhestand verabschiedet worden. Alles begann mit Ferienarbeiten. Als junger Bursche lernte Winklmaier, gebürtig aus Seeon und heute in Trostberg wohnhaft, das Familienunternehmen kennen, das damals noch vom Firmengründer Engelbert Regnauer senior geführt wurde.

Vom Zeichenbrett
zur Industrie

Ursprünglich wollte er in der Schreinerei arbeiten, doch da dort kein Platz frei war, besserte er seine Finanzen zunächst im Büro auf. „Als mich dann der damalige Betriebsleiter Hans Donhauser fragte, ob ich mir nicht eine Stelle als Bauzeichner vorstellen könnte, sagte ich zu.“ 1971 trat er die Ausbildung an – als einer der ersten vier Bauzeichner, die das Unternehmen je ausgebildet hat.

Genau dieses Jahr markierte auch einen Wendepunkt in der Unternehmensgeschichte. Das 1929 am Chiemseeufer als Zimmerei und Bauschreinerei gegründete Unternehmen siedelte auf ein neues Grundstück um und vollzog mit der rationellen Vorfertigung großer Dach- und Wandelemente in neuen Produktionshallen den Wandel vom Handwerksbetrieb zur industriellen Fertigungsbauweise. Winklmaier arbeitete damals noch manuell: „Wir arbeiteten damals noch manuell am Zeichenbrett mit dem Rapidografen, einer Art Tuschefüller“, erinnert er sich.

Schritt für Schritt wuchs er in den Vertrieb hinein. „Ich fuhr als junger Mann mit den Handelsvertretern mit und lernte dabei ganz praxisnah das Handwerkszeug und erwarb so umfassende Produktkenntnisse.“ Mit der Zeit übernahm er als Fachberater im Bereich Planung und Baurecht Verantwortung und unterstützte die Handelsvertreter bei vielen Terminen. Zuletzt war er als Verkaufsbereichsleiter für das Musterhaus in Fellbach bei Stuttgart zuständig. In fünf Jahrzehnten begleitete er zahlreiche technische und organisatorische Meilensteine des Unternehmens – von der Entwicklung der Regnauer Vitalwand über neue Passivhaus-Konzepte bis hin zum Bundesinnovationspreis für die Schallschutzdecke „Silence“ im Jahr 2011. „Anfangs wurden noch alle regionalen Mitarbeiter mit Firmenbussen abgeholt.

Meilensteine
und Digitalisierung

Die Einführung des Computers und das bundesweit erste Musterbürogebäude in Fertigbauweise am eigenen Firmensitz waren ebenso wie die Digitalisierung und die Nutzung neuer Planungs- und Produktionsverfahren entscheidende Schritte, die ich begleitet habe“, erinnert er sich. Durch hohe Qualität und ökologische Standards habe man sich, so Winklmaier, „deutlich von Mitbewerbern und Billiganbietern“ abgesetzt.

Schrittweise hatte er seine Arbeitszeit reduziert, um sich auf den Ruhestand vorzubereiten, der ihm nun mehr Zeit für Hobbys wie Schwimmen, Radfahren und Bergwandern lässt. Den Kontakt zu seiner alten Wirkungsstätte hält er dennoch: Immer wieder schaut er gerne bei der Firma Regnauer und den ehemaligen Kollegen vorbei.

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