Traunstein – Wie sie sich nach dem Besuch der dreisemestrigen Fachschule als Landwirte wirtschaftlich breit aufstellen können, erfuhren Studierende der Landwirtschaftsschule am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein (AELF) kürzlich. Im Rahmen eines Sommersemesterschultages „Unternehmensführung – Diversifizierung“ ging es um die Chancen und Risiken beim Einstieg in einen neuen Betriebszweig. Die Studierenden des zweiten Semesters besuchten zwei unterschiedliche Konzepte von Hofläden, die ehemalige Studierende ihrer Schule betreiben. An der ersten Station stellte in Erlstätt Familie Hofmann ihre „Dorfladenbox“ vor. In dieser vermarkten Christina und Franz Hofmann mehr als 500 Produkte von 37 Lieferanten, darunter eigene Milchprodukte aus ihrem Haupterwerbs-Milchviehbetrieb und Äpfel von den eigenen Streuobstwiesen.
Arbeitsaufwand und Investition nicht unterschätzen
Auf dem zweiten Betrieb besuchten die Studierenden die Familie Wimmer in Bergen. Ihr Label „BioBergen“ ist mittlerweile weit bekannt und auch geschützt. Lehrer Matthias Anzinger betonte dabei: „Jeder zusätzliche Betriebszweig erfordert Investitionen und verursacht Arbeitsaufwand.“ Dieses unternehmerische Risiko bestätigte Andreas Wimmer.
Er und seine Ehefrau Katharina Wimmer haben jede Investition, darunter der Hofladen und ein Schlachthaus, genau kalkuliert. Für die jungen Eltern war es auch wichtig, den zusätzlichen Arbeitsaufwand mit zu berücksichtigen.
Neben der klassischen Öko-Milchviehhaltung ist für sie die Direktvermarktung zu einem wichtigen Einkommensstandbein geworden.