Traunstein – In den Räumen der Firma Schaumaier diskutierten Vertreter aus Mittelstand und Wirtschaft über die Zukunft der regionalen Entsorgung, moderne Kreislaufwirtschaft und die Herausforderungen für mittelständische Betriebe. Auf dem Podium saßen Claus Egger, Geschäftsführer der Firma Schaumaier, sowie Anna Marx, Vorsitzende der Mittelstandsunion Traunstein.“, „Egger eröffnete die Diskussion mit einem Blick auf die Entwicklung seines Unternehmens und die Rolle mittelständischer Betriebe in der Region. „Wir sind ein Familienbetrieb mit Tradition, aber wir arbeiten längst hochmodern“, sagte Egger. „Unsere Stärke liegt in der Nähe zu den Menschen und Betrieben.“ Marx betonte die Bedeutung solcher Strukturen: „Der Mittelstand ist das Rückgrat unserer Region. Unternehmen wie Schaumaier zeigen, wie viel Innovationskraft hier vorhanden ist und sie schaffen zahlreiche Arbeitsplätze.“ Ein Schwerpunkt der Diskussion war die Bedeutung regionaler Kooperationen und effizienter Materialkreisläufe. Egger erklärte: „Die enge Zusammenarbeit mit Partnern aus der Region ist entscheidend. So schaffen wir funktionierende Kreisläufe und vermeiden unnötige Wege.“ Als Beispiel für regionale Verwertung führte er die Folienentsorgung bei der Firma Klöckner Pentaplast in Burgkirchen an: „Dort kümmern sich rund 25 unserer Mitarbeiter ausschließlich um die Folienentsorgung.“, „Auf Nachfrage von Sepp Daxenberger, ob die aufbereiteten Materialien großteils in der Region verbleiben, antwortete Egger: „Wir versuchen, die Rohstoffe regional zu verwerten, aber bei allen Stoffen gelingt das nicht. Diese werden auf dem Weltmarkt je nach Bedarf vermarktet.“ Ein Zuhörer befürchtete, dass insbesondere im Ausland eine Entsorgung im Meer drohe. Daraufhin antwortete Egger, dass kein Unternehmer weltweit zuerst Geld für aufbereitete Rohstoffe bezahle, um es dann ins Meer zu werfen. „Dies passiert mit aufbereiteten Stoffen sicherlich nicht.“, „Auch die energetische Nutzung von Biomasse spielte eine zentrale Rolle. Egger betonte: „Biomasse ist ein regionaler Energieträger, den wir viel stärker nutzen sollten. Wir leisten hier einen echten Beitrag zur nachhaltigen Wärmeversorgung.“ Gerade im ländlichen Raum sei das ein wichtiger Baustein. Das Potenzial werde oft unterschätzt.“ „Egger hob zudem die Schaumaier-Akademie als Beispiel für moderne Mitarbeiterqualifizierung hervor. Die Firma betreibt eine eigene Schulungs- und Weiterbildungseinrichtung, die nicht nur der Qualifizierung der eigenen Belegschaft dient, sondern auch externen Teilnehmern offensteht. Die Akademie vermittle Schulungen und Zertifizierungen zu Entsorgungsprozessen, Arbeitssicherheit, Fahrzeugtechnik und Umweltstandards. „Gut ausgebildete Mitarbeiter sind unser größtes Kapital“, sagte Egger. „Deshalb investieren wir bewusst in Wissen, Sicherheit und moderne Arbeitsmethoden.“
Ein besonders kontroverser Punkt war die Belastung von Unternehmen durch langwierige Genehmigungsverfahren. Egger schilderte: „Wir planen Projekte in überschaubaren Zeiträumen – aber die Genehmigungsphase dauert oft Jahre und verursacht enorme Kosten. Da wurde noch nichts bewegt, außer Papier.“ Marx ergänzte: „Das ist ein echtes Problem. Die Bürokratie frisst Zeit und Geld, die wir eigentlich in Innovation stecken sollten.“ Zum Abschluss sprach Marx die mögliche Einführung der Gelben Tonne oder des Gelben Sacks im Landkreis Traunstein an.
Egger zeigte sich skeptisch: „Das Modell der Wertstoffhöfe ist etabliert und die Sortierqualität unschlagbar. Beim Gelben Sack landet fast die Hälfte der Wertstoffe im Restmüll, die dadurch für das Recycling verloren sind.“ Außerdem gebe es auch in der Gelben Tonne rund 30 Prozent Fehlwürfe. „Eine automatisierte Sortierung kann den Müll nie so exakt trennen, wie die Bürger zu Hause. Deshalb sehe Egger bei der Einführung der Gelben Tonne noch einigen Diskussionsbedarf.