Berlin – Die EU-Kommission hat grünes Licht für den von der Bundesregierung gewährten Überbrückungskredit für die insolvente Airberlin gegeben. Die Kommission habe das Vorhaben der Regierung „nach den EU-Beihilfevorschriften geprüft und genehmigt“, teilte die EU-Behörde am Montag mit. Der Kredit im Umfang von 150 Millionen Euro soll den Flugbetrieb der insolventen Airline weiter aufrechterhalten.
Unterdessen hat sich der Bieterkreis für die insolvente Airberlin erweitert: Der Berliner Unternehmer Alexander Skora will die Fluggesellschaft gemeinsam mit internationalen Investoren erwerben, wie er am Montag mitteilte. Dem „Handelsblatt“ zufolge ist auch der frühere EnBW-Chef Utz Claassen als Investor im Gespräch.
Airberlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet. Derzeit laufen zudem Gespräche mit mehreren Interessenten, darunter mit der Lufthansa. Noch bis Mitte September können Gebote für die insolvente Fluggesellschaft abgegeben werden. Mitbieten will nun auch Skora, der Eigentümer des Hostels Happy Go Lucky in Berlin, gemeinsam mit einem Konsortium aus israelischen, kanadischen und US-Investoren. Dabei will er die Airline unter anderem zu ihrem Basisgeschäft mit Strecken nach Mallorca und zu anderen Zielen zurückführen. So könne Airberlin „reduziert weiterfliegen“ und „nach und nach wieder wachsen“, erklärte er. Außerdem strebt Skora eine Art Auktionsmodell mit einem Mindestpreis für die Tickets an.
Utz Claassen betonte, es gebe „immer irgendwo restrukturierungswillige und -fähige Investoren – jedenfalls dann, wenn sie nicht schon vorab durch politisches Gepolter verschreckt werden“. Er kritisierte die Einmischung der Politik in das Insolvenzverfahren als „dumm und inakzeptabel“. Spitzenpolitiker hatten in der Vergangenheit bereits ihre Präferenz für die interessierte Lufthansa erkennen lassen. afp