London/Hamburg – Die Welt in 33 Jahren, 2050: Auf dem Planeten leben 9,2 Milliarden Menschen, 1,7 Milliarden mehr als heute. Sie produzieren mindestens doppelt so viele Güter und Dienstleistungen – aber verbrauchen zugleich kaum mehr Energie als jetzt. Schon 2030 hat der globale Energieverbrauch seine Spitze überschritten, geht seitdem zurück. Kohle, Öl und Gas sichern immer noch die Hälfte der Versorgung, haben aber ihren Zenit schon lange hinter sich, und ihr Anteil schrumpft. Neue Autos werden überall auf der Welt in der Regel elektrisch angetrieben, Verbrennungsmotoren für öl- und gasbasierte Treibstoffe laufen nur noch in Schiffen und Flugzeugen. Der CO2-Ausstoß aus Energie ist halb so hoch wie heute.
Dieses Szenario entwirft der internationale technische Konzern DNV GL in einer Studie, die am Montag in London vorgestellt wurde. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Oslo beschäftigt mehr als 13 500 Mitarbeiter, die weltweit Industrieanlagen, Kraftwerke, Schiffe und andere technische Objekte prüfen und analysieren.
„Elektrifizierung und Elektromobilität werden entscheidend dazu beitragen, dass die Energieversorgung sich grundlegend verändert“, sagt Andreas Schröter, Geschäftsführer der deutschen Energiesparte von DNV GL. Erneuerbare Energien werden immer billiger und effizienter, in Erzeugung wie Verbrauch. Strom wird in der Zukunft reichlich und günstig zur Verfügung stehen, glauben die Experten von DNV GL. „Die Ladung für die E-Mobile wird für die Autofahrer mehr oder weniger kostenlos sein“, sagt Schröter.
Für die Klimapolitik hat aber auch die vergleichsweise optimistische Zukunftsvision von DNV GL keine Entlastung zu bieten. Laut der Studie ist 2023 das zulässige CO2-Budget überschritten, um die Erwärmung der Erde auf 1,5 Grad seit Beginn der Industrialisierung zu begrenzen. dpa