Wayne/Köln – Wachsende Konkurrenz im Online-Geschäft und eine drückende Schuldenlast zwingen den US-Spielwarenhändler Toys R Us in die Knie. Die Filialen auch in Deutschland sollen aber erst einmal weitermachen wie bisher. Der Mutterkonzern aus Wayne stellte einen Antrag auf Gläubigerschutz.
Toys R Us beschäftigt insgesamt etwa 64 000 Menschen. Die Gruppe hat 875 Filialen in den Vereinigten Staaten. Weltweit sind es über 1600, wenn man den Kinderausstatter Babies R Us mitrechnet, in Deutschland laut Internetseite 66. Die überwiegende Mehrzahl der Märkte arbeite weiter profitabel und setze ihren Betrieb fort, betonte das Unternehmen. Die Gesellschaften in Europa, Asien und Australien seien zudem „nicht Teil des derzeit in den USA und Kanada stattfindenden Restrukturierungsprozesses“, hieß es am Dienstag aus der deutschen GmbH von Toys R Us in Köln.
Auch die Bestellmöglichkeiten im Internet blieben erhalten. Es gehe bei dem US-Verfahren außerdem „weder um eine Geschäftsauflösung noch einen Konkurs nach deutschem Verständnis“. Ziel sei es, die Schulden bei laufendem Betrieb zu senken. Die Zahlungsfähigkeit der europäischen Gesellschaften sei gesichert.
Vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft bringt der Schritt in den USA und Kanada dennoch Unruhe in die Branche. Toys R Us – 2005 von Investoren um Bain und KKR übernommen – ist ein weiterer klassischer Einzelhändler, dem Amazon & Co. stark zusetzen. Allein in diesem Jahr haben bereits mehr als ein Dutzend amerikanische Ketten wie Payless, Gymboree oder Perfumania Gläubigerschutz beantragt.
Dies bedeutet allerdings noch nicht das Ende. Viele Einzelhändler versuchen im Insolvenzverfahren, ihre unrentablen Läden zu schließen und das Online-Geschäft auszubauen. Auch im Fall von Toys R Us laufen die Geschäfte erst einmal weiter, Kredite werden aber zunächst nicht mehr bedient. Die Investoren hatten die Kette für 7,5 Milliarden Dollar gekauft und ihr die Schulden aufgebürdet. dpa