Airberlin

Insolvenzverfahren eröffnet

von Redaktion

Von Bernd Röder

Berlin – Für die Fluggesellschaft Airberlin ist am Mittwoch das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Dies teilte das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg als zuständiges Insolvenzgericht mit. Die Gläubiger können nun ihre Forderungen schriftlich bis zum 1. Februar 2018 beim Sachwalter anmelden. So wird der Insolvenzverwalter bei einem Verfahren in Eigenverwaltung genannt.

Das Gericht bestellte den Berliner Rechtsanwalt Lucas Flöther zum Sachwalter. Er hatte diese Funktion vorläufig bereits nach dem Insolvenzantrag vom 15. August übernommen. Das Amtsgericht hatte ein von Flöther erstelltes Gutachten geprüft und festgestellt, dass die Gesellschaft „zahlungsunfähig und zugleich überschuldet ist“. Airberlin wies rund 1,5 Milliarden Euro Schulden aus. Dem Antrag auf Eigenverwaltung wurde stattgegeben. Die Gläubigerversammlung findet am 24. Januar in Berlin statt. Formal betrachtet handelt es sich um drei einzelne Insolvenzverfahren.

Den Flugbetrieb hatte Airberlin bereits am Freitag eingestellt. Ein Flugzeug stand zuletzt noch in Island, weil es dort wegen nicht bezahlter Rechnungen nicht starten durfte. Der Streit wurde am Mittwoch beigelegt, die Maschine sollte noch am selben Tag zurück nach Berlin-Schönefeld fliegen.

Als indirekte Folge der Airberlin-Pleite setzt die Lufthansa im November zwischen Frankfurt und Berlin-Tegel Jumbojets ein. Anders sei die hohe Nachfrage nicht zu bewältigen, erklärte die Lufthansa. Die erste Maschine wurde am Mittwochabend in Berlin erwartet. Als Jumbojets werden Flugzeuge vom Typ Boeing 747 bezeichnet. Die Maschinen werden überwiegend im internationalen Fernflugverkehr eingesetzt. Die Lufthansa-Tochter Eurowings will zwar Jets aus der Airberlin-Flotte übernehmen, allerdings stünden diese noch nicht zur Verfügung, sagte ein Lufthansa-Sprecher.

Zeitgleich mit dem Beginn des Insolvenzverfahrens hat gestern die Transfergesellschaft für die Verwaltungsangestellten von Airberlin die Arbeit aufgenommen. Laut Verdi können 1128 Beschäftigte in dieses Unternehmen wechseln. Die Transfergesellschaft wird von Airberlin und dem Land Berlin finanziert.

In einer ersten Welle wurden nach Verdi-Angaben rund 400 Beschäftigte des Bodenpersonals freigestellt. Airberlin hatte rund 8000 Beschäftigte. Etwa 3000 davon können beim Lufthansa-Konzern unterkommen und bis zu 1000 bei Easyjet. Mitarbeiter der Lufthansa-Tochter Eurowings warnten ihre Airberlin-Kollegen in einem anonymen Schreiben aber vor dem eigenen Arbeitgeber: Bei Eurowings gebe es „keinerlei Altersvorsorge“ und eine Kündigungsfrist seitens des Arbeitgebers von 15 Tagen. Außerdem beruhe der Urlaubsanspruch auf dem „gesetzlichen Mindestniveau“.

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