Mannheim – Riskante Zinswetten sollten satte Gewinne in die Stadtkasse von Pforzheim spülen – doch am Ende stand für die Kommune in Baden-Württemberg ein Millionenverlust. Rund zehn Jahre nach der Affäre verurteilte ein Gericht die frühere Oberbürgermeisterin und die damalige Stadtkämmerin am Dienstag zu Bewährungsstrafen. Die Justiz in Mannheim sah den Vorwurf der schweren Untreue bewiesen. Sie verurteilte Ex-Oberbürgermeisterin Christel Augenstein (FDP) zu einem Jahr und acht Monaten Haft auf Bewährung und die damalige Stadtkämmerin zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Richter Andreas Lindenthal warf den beiden Verurteilten einen „gravierenden Pflichtverstoß“ vor. Der damaligen Kämmerin sei das Risiko bekannt gewesen. „Sie haben gewusst, dass Sie Handgranaten kaufen und keine Ostereier“, sagte Lindenthal. Viele grundsätzliche Fragen, etwa ob Gemeinden überhaupt spekulieren dürfen, müsse aber der BGH beantworten. Die Verteidigung will Revision einlegen. dpa