München – Im hybridelektrischen Linienflugzeug durch Europa – geht es nach Frank Anton, Leiter der Siemens-Abteilung eAircraft, ist das in 20 Jahren Realität. Einen bedeutenden Schritt näher gekommen sind die Münchner diesem Ziel gestern. Gemeinsam mit dem Flugzeugbauer Airbus und dem Triebwerkshersteller Rolls-Royce (RR) will Siemens ein hybrid-elektrisches Flugzeug bis 2020 in die Luft bringen. Das kündigten die Partner am Dienstag in London an.
Geplant ist, ein Verkehrsflugzeug (voraussichtlich eine British Aerospace BAe146 mit 100 Sitzen) mit einem Elektromotor und drei herkömmlichen Düsentriebwerken zu bauen. 2020 soll der erste Testflug im französischen Toulouse stattfinden. Der sogenannte E-Fan X soll dann als Versuchsplattform dienen, um das elektrische Fliegen in der kommerziellen Luftfahrt weiter auszubauen.
Für den E-Fan X entwickelt und baut Siemens in München ein elektrisches Antriebssystem mit zwei Megawatt Leistung, was etwa der Hälfte der Leistung eines herkömmlichen Antriebs entspricht. Siemens hat bereits Erfahrung mit Elektromotoren – etwa für Drohnen oder Sportflugzeuge. Rolls-Royce soll eine Gasturbine liefern, die im Rumpf des Flugzeugs eingebaut werden und den Strom für den Motor erzeugen soll. Airbus ist für die Integration der Systeme zuständig, liefert außerdem den Energiespeicher und soll die Flugversuche leiten. 200 Wissenschaftler von Siemens und Airbus arbeiten bereits seit 2016 gemeinsam in Ottobrunn an elektrischen Antrieben für Flugzeuge. Diese Partnerschaft wird mit dem E-Fan X nun erweitert. mad