Siemens will seine Medizintechnik-Sparte, die viele Mitarbeiter in Nürnberg und Erlangen hat, in Frankfurt an die Börse bringen und nicht in New York. Das gab der Konzern am Mittwochabend bekannt. Betriebsrat und IG Metall reagierten erleichtert. Der Aufsichtsrat beschloss, den Börsengang für die erste Jahreshälfte 2018 in Frankfurt vorzubereiten. Dafür werde die Siemens Healthineers AG gegründet. Die Vorbereitungen für den Börsengang lägen voll im Plan, Strategie und Management-Team stünden.
Der Elektrokonzern sieht in dem umsatzstarken und profitablen Geschäft mit Computertomografen und anderer Medizintechnik wenig Synergien mit dem industriellen Kerngeschäft. Mit dem Börsengang bekomme die Sparte unternehmerische Flexibilität und Zugang zum Kapitalmarkt, um profitabel zu wachsen, sagte Siemens-Vorstand Michael Sen. Nach seinen bisherigen Aussagen wird Siemens „mittelfristig die Führung behalten“. Siemens Healthcare-Betriebsratschefin Dorothea Simon sagte: „Diese Entscheidung ist eine gute Nachricht für die rund 12 000 Beschäftigten von Healthineers in Deutschland.“ Ihr Unternehmen bekomme neues Kapital und hervorragende Aussichten auf einem schnell wachsenden Zukunftsmarkt. Mitbestimmung, Tarif- und Arbeitsbedingungen blieben erhalten.