Vollbeschäftigung in fast ganz Bayern

von Redaktion

Nürnberg – Mit 2,9 Prozent Arbeitslosenquote herrscht in Bayern Vollbeschäftigung – zumindest im Durchschnitt. Daran hat sich auch im November nichts geändert. Die Zahl der Arbeitslosen ist sogar erneut gesunken – wenn auch nur leicht. Rund 208 500 Männer und Frauen waren ohne Job; im Vergleich zum Vormonat 366 weniger. „Das Minus zum Vormonat fällt mit 0,2 Prozent zwar gering aus, ist in einem November jedoch ungewöhnlich und daher als Indikator für die exzellente Lage am bayerischen Arbeitsmarkt zu werten“, sagte der Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Ralf Holtzwart, in Nürnberg.

In den vergangenen drei Jahren war die Zahl der Arbeitslosen im November stets gestiegen. Vor allem in Außenberufen wie auf dem Bau, in Gärtnereien und der Landwirtschaft stellen Firmen mit Blick auf den Winter nur zögerlich ein. Anders in diesem Jahr, wo die Arbeitslosenquote seit Oktober bei 2,9 Prozent liegt – ab einer Quote unter drei spricht man von Vollbeschäftigung.

Vor allem junge Arbeitslose profitierten von der guten Entwicklung, sagte Holtzwart. Aber auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen sowie der Arbeitslosen ohne abgeschlossene Berufsausbildung gehe weiter zurück. Die Unterbeschäftigung, die neben Arbeitslosen auch Menschen umfasst, die gerade eine Weiterbildung machen oder kurzfristig arbeitsunfähig sind, lag im November bei rund 308 500.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg derweil erstmals seit Erfassung der Daten im Jahr 1974 auf mehr als 5,5 Millionen – 38 Prozent davon sind in Oberbayern beschäftigt. Und die Nachfrage nach Arbeitskräften ist weiter hoch: Zuletzt waren fast 127 000 offene Stellen bei der Regionaldirektion gemeldet.

Angesichts der guten Lage dürfe jedoch nicht übersehen werden, dass mehr als 80 000 Menschen nicht allein von ihrem Arbeitseinkommen leben können, betonte Holtzwart. Sie bekommen zusätzlich Leistungen der Grundsicherung. „Diesen Menschen ist auch bei einer Arbeitslosenquote mit einer Zwei vor dem Komma sicher nicht zum Feiern zumute“, sagte Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern. Mit 1,4 Millionen Menschen (eine halbe Million in Oberbayern) habe die Zahl der Teilzeitbeschäftigten einen Rekordstand erreicht – mehr als ein Viertel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Freistaat arbeiteten in Teilzeit. dpa/mad

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