Seoul/Frankfurt – Die Deutsche Börse erwägt Finanzprodukte anzubieten, die an die Digitalwährung Bitcoin geknüpft sind. „Wir denken über Futures nach, mit denen private Anleger und institutionelle Investoren bestehende Investitionen in Bitcoin absichern oder auf fallende Kurse der Cyberwährung setzen können“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Börse der Zeitschrift „Wirtschaftswoche“. Zuständig sei die Terminbörse Eurex, eine Tochter der Deutschen Börse.
Vor der Markteinführung wolle das Unternehmen aber zunächst klären, wie mit den starken Kursschwankungen von Cyberwährungen umzugehen sei, um Preismanipulationen zu vermeiden. Das dürfte zwei bis drei Monate dauern. Anfang der Woche hatte die US-Börse CBOE als erster Handelsplatz Terminkontrakte auf den Bitcoin eingeführt. Die Chicagoer Börse CME will Anfang kommender Woche folgen.
Bemühungen zur Eindämmung des Handels mit Bitcoin in Südkorea haben die Euphorie um das Cybergeld allerdings gestern gebremst. Südkorea erwäge die Besteuerung von Kapitalgewinnen aus dem Handel mit solchen Währungen, teilte das Büro für die Koordinierung der Regierungspolitik mit. Neben der möglichen Besteuerung will Südkorea auch verhindern, dass Minderjährige mit Kryptowährungen handeln und Anlagekonten eröffnen können. Südkorea gilt als eine wichtige Bitcoin-Hochburg. Die Möglichkeit von Regulierungen durch Staaten gilt als Achillesferse für den Bitcoin. Entsprechend wurde die Digitalwährung gestern etwas unter dem Niveau vom Vorabend gehandelt. dpa