Nürnberg – Schon 2017 waren sie eine Stütze der Binnenkonjunktur. Nun gehen Deutschlands Verbraucher mit anhaltender Hochstimmung ins neue Jahr. Das signalisiert der Konsumklimaindex der Nürnberger GfK, für den die Forscher für Januar 2018 einen leicht von 10,7 auf 10,8 gestiegenen Wert ermittelt haben. Nicht einmal die gescheiterten Jamaika-Sondierungen hätten die exzellente Konsumstimmung negativ beeinflussen können, betont GfK-Experte Rolf Bürkl.
Zwar sei mit der Neigung für größere Anschaffungen einer der drei Teilindikatoren des Konsumentenbarometers minimal um 1,4 auf 57,1 Punkte gesunken. Er liegt damit aber historisch gesehen weiter sehr hoch und neun Zähler höher als voriges Jahr um diese Zeit. Das sei Ausdruck dessen, dass ein Großteil der arbeitenden Bevölkerung bei einem gleichzeitigen Rekordstand an offenen Stellen keine Angst um ihren Job haben muss, erklären die GfK-Experten die sprühende Konsumlaune.
Im Handel dürfte die Stimmung am heutigen Samstag mit dem mutmaßlich umsatzstärksten Tag des Jahres ihren Höhepunkt erreichen. Schon jetzt geht die GfK von einem erfolgreichen Jahr 2017 für den hiesigen Einzelhandel aus mit Zuwächsen von nominal 4,3 und real 2,4 Prozent in den ersten neun Monaten des zu Ende gehenden Jahres. Weiter nach oben klettern lassen den GfK-Konsumklimaindex insgesamt dessen beide Teilindikatoren Konjunktur- und Einkommenserwartung. Ersterer ist bei der jüngsten Befragung von 2000 Konsumenten um 0,9 auf 45,2 Zähler und damit den höchsten Stand seit Mitte 2014 gestiegen. Letzterer hat nach zuletzt drei Rückgängen in den Monaten zuvor diesmal wieder spürbar um 6,4 auf 54,3 Punkte zugelegt.
Zugleich steigen derzeit sowohl Einkommen von Beschäftigten wie Pensionen von Rentnern bei moderatem Preisklima spürbar an.
„Das sind exzellente Voraussetzungen für ein überaus erfolgreiches Konsumjahr 2018“, betont Bürkl. Der Kaufkraft der Deutschen sagt die GfK dabei für das neue Jahr nominal ein Plus von 2,8 Prozent auf im Schnitt 22 992 Euro pro Kopf voraus. Absolut wären das 633 Euro mehr als dieses Jahr, die für Konsum und Wohnen, Freizeit und Sparen zur Verfügung stehen.
Landkreis Starnberg liegt ganz oben
Wie viel von diesem Kaufkraftzuwachs wirklich übrig bleibt, hängt von der Preisentwicklung ab. Zudem ist die Kaufkraftverteilung regional unterschiedlich. An der Spitze stehen nach Bundesländern Hamburg, Bayern und Baden-Württemberg. Am Ende rangieren geschlossen die ostdeutschen Bundesländer mit Mecklenburg-Vorpommern als absolutem Schlusslicht. Um einen auf Rang zehn vor Bremen vorschieben kann sich nach GfK-Berechnungen 2018 nur Berlin. Blickt man auf die Landkreise Deutschlands, sind die Unterschiede noch krasser. Ganz oben liegen der Landkreis Starnberg nahe München und der hessische Hochtaunuskreis. Abgeschlagen am Ende findet sich das sächsische Görlitz.