Automobilindustrie

Detroit, Hauptstadt der Benzinschlucker

von Redaktion

von Dominik Laska

Detroit – Die North American International Auto Show (NAIAS) eröffnet auch heuer wieder das Autojahr 2018 mit großem Premierentamtam. Es geht darum, eine erste Duftmarke zu setzen und mit neuen Modellen oder eventuell auch nur mit der einen oder anderen Designstudie zu überzeugen. Und die NAIAS zeigt erneut, dass Detroit den Stellenwert als einstige Weltstadt des Autos noch immer nicht verloren hat. Auch die deutschen Autobauer zeigen ein buntes Potpourri an Weltneuheiten und überarbeiteten Modellen. Wir haben uns in Detroit umgesehen:

Mercedes

Diese Premiere hatte Feuer. Zur Uraufführung der neuen Mercedes G-Klasse haben die Stuttgarter nicht nur eine spektakuläre Feuershow abgeliefert. Denn nach der traditionellen Ansprache von Konzernchef Dieter Zetsche im historischen Michigan Theater, wo einst Henry Ford seine ersten Autos baute, stieg Terminator Arnold Schwarzenegger aus einem Vorführfahrzeug. Mit Cowboyhut und dicker Gürtelschnalle.

Schwarzenegger selbst ist glühender Fan des kantigen Ur-Geländewagens von Mercedes. „Wir sind fast Zwillinge“, scherzt der kalifornische Ex-Gouverneur, denn wie er selbst kommt auch die G-Klasse aus Graz, dort wird sie gefertigt. „Als ich gehört habe, dass ein neues Modell kommt, habe ich gebetet, dass sich am Design nicht zu viel verändert“, sagte Schwarzenegger. Sein Hoffen wurde erhört. Denn äußerlich wurde der Offroader bis auf einige Details kaum verändert, er ist lediglich 53 Millimeter länger und 121 Millimeter breiter geworden. Die klassische Kastenform hat er aber behalten.

Umso mehr hat sich im Innenraum getan. Es ist luxuriöser geworden, vor der Digitalisierung kann sich auch die raubeinige G-Klasse nicht verstecken. Beim Probesitzen hinter dem Lenkrad fühlt man sich tatsächlich nicht wie in einem Geländewagen.

Eine Frage hatte Schwarzenegger dann aber noch. „Wird es die G-Klasse auch elektrifiziert geben?“, fragte er Zetsche zum Abschluss. Schwarzenegger selbst fährt schon eine einzigartige G-Klasse mit E-Antrieb, die von der österreichischen Firma Kreisel umgerüstet wurde. Zetsche ließ sich auf kein Bekenntnis ein, dass einige Modelle der Produktpalette bald elektrifiziert werden könnten. „Wir werden sehen“, sagte er.

BMW

Mit gleich zwei Weltpremieren präsentierte sich BMW auf der ersten wichtigen Automesse des Jahres. Zum einen zeigte man den neuen X2, der eine junge Zielgruppe ansprechen soll. Fast jeder dritte neuzugelassene BMW trägt ein X im Namen. Das spricht für den Erfolg der Modellreihe. Marktstart für den kleinsten dieser Familie ist im März 2018. Die zweite Weltpremiere erweitert das Portfolio der BMW-Zukunftsmodelle. Mit dem überarbeiteten i8 Coupé präsentierte der bayerische Autobauer die neueste Generation des meistverkauften Plug-in-Hybrid-Sportwagens der Welt, mit einem kombinierten Verbrauch von 1,9 Litern pro 100 Kilometern.

Volkswagen

Der neue Jetta, den Volkswagen in Detroit präsentierte, hat seine Evolution fortgeschrieben. In den 70er-Jahren aus der Golf-Baureihe entstanden, hat er sich heuer in der siebten Generation weit von seinem einstigen Modellbruder entfernt – bezeichnend dafür ist, dass der US-Bestseller von VW bereits seit der sechsten Generation nicht mehr mit Golf-Teilen gebaut wird. In der neuen Generation ist man auch von der alten Golf-5-Plattform abgerückt. Nun ist seine Transformation abgeschlossen. Mit der breiten Front und seiner Stromlinienform kommt er für eine Limousine sehr sportlich daher. Die Stufenhecklimousine ist ein echter Hingucker. Doch so hübsch er auch ist, er ist vorerst nur für den US-Markt vorgesehen. Allerdings dürfte er so auch gerne zu uns kommen.

Ford

Aus deutscher Sicht interessant war die Weltpremiere des neuen Focus. Zwar kommt das Modell, so wie es in Detroit erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde, nicht nach Deutschland, sondern erst einmal nur auf den US-Markt. Doch für September ist ein neues Focus-Modell auch für unseren Markt angedacht. Die in Detroit präsentierte Alternative des Kompakten gibt daher schon einen konkreten Ausblick auf die bei uns erscheinende fünfte Generation des beliebten Ford-Modells.

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