Nürnberg – Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im Januar saisonbedingt auf etwa 253 500 gestiegen. Damit waren im Freistaat knapp 40 000 Menschen mehr ohne Job als im Dezember, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Erwerbslosen aber um fast 23 000. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,6 Punkte auf 3,5 Prozent. Dies sei die niedrigste Quote in einem Januar seit Beginn der Erfassung, sagte Arbeitsministerin Emilia Müller (CSU).
„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist typisch im Winter“, sagte der Chef der Regionaldirektion, Ralf Holtzwart. Entscheidend sei daher der Vorjahresvergleich, und dieser zeigt, dass wir nach wie vor auf einem sehr guten Weg sind“, sagte Holtzwart. Die Zahl der Menschen mit regulärem Job lag nach den jüngsten Zahlen im November bei 5,565 Millionen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm damit gegenüber dem Vorjahr um 143 700 zu. Die sogenannte Unterbeschäftigung, die neben den Arbeitslosen auch jene Menschen erfasst, die beispielsweise gerade an einer Fördermaßnahme teilnehmen, lag im Januar bei knapp 350 700.
Die Zahl stieg im Vergleich zum Vormonat um 11,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sank sie aber um 6,3 Prozent. Bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern waren zuletzt mehr als 24 500 offene Stellen gemeldet – 1470 mehr als vor einem Jahr. Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe – insbesondere der Metall-, Elektro- sowie Stahlindustrie – werden Mitarbeiter gesucht. Die Besetzung der Stellen mit qualifiziertem Personal sei die „Kern-Herausforderung“ für die kommenden Jahre, sagte Holtzwart.
Die Arbeitslosenquote ist in allen Regierungsbezirken Bayerns gestiegen. Am größten fiel das Plus in Niederbayern aus. Die Quote stieg hier um 1,1 Punkte von 2,9 auf 4,0 Prozent und liegt damit so hoch wie in Mittelfranken. In Niederbayern sei der Anteil der Beschäftigten im witterungsabhängigen Baugewerbe bayernweit am höchsten, erklärte die Regionaldirektion der Bundesagentur. In Oberbayern stieg die Quote von 2,9 auf 3,6 Prozent. Am niedrigsten ist sie in Schwaben und Unterfranken mit jeweils 3,1 Prozent.
Die Dynamik des Arbeitsmarkts wirkt sich zunehmend auch in Ostdeutschland aus. Dort ist die Quote binnen Jahresfrist von 8,7 auf 7,7 gefallen. Das ist ein deutlicherer Rückgang als der im Westen (von 6,3 auf 5,8 Prozent). Nur in Bremen ist die Arbeitslosenquote mit 10,3 Prozent noch zweistellig. Die ostdeutschen Schlusslichter Mecklenburg Vorpommern (9,3 Prozent) und Berlin (8,8 Prozent) stehen spürbar besser da. Von den östlichen Bundesländern hat Brandenburg (7,2 Prozent) Nordrhein-Westfalen (7,3 Prozent) in den Schatten gestellt, Sachsen (6,7 Prozent) auch noch die Hansestadt Hamburg (6,8 Prozent). Und Thüringen liegt gleichauf mit Schleswig-Holstein (6,3 Prozent). Den Spitzenplatz mit einer Arbeitslosenquote von nur 3,5 Prozent teilte sich im Januar Bayern mit Baden-Württemberg.