Export hilft Bayerns Brauern im Kampf gegen Inlandsflaute

von Redaktion

München – Bier aus Bayern ist in aller Welt gefragt. Während der Bierdurst im Inland eher abnimmt, zieht die Nachfrage aus dem Ausland weiter an: 23,6 Prozent des 2017 in Deutschland produzierten Biers ging in den Export, berichtete Lothar Ebbertz vom Bayerischen Brauerverband gestern in München. Bundesweit liegt die Exportquote nur bei 15 Prozent. Vor allem in China wächst laut Statistik die Beliebtheit von Gerstensaft aus Bayern, hinter den Italienern sind die Chinesen bereits die zweitbesten Kunden.

Insgesamt ist der Bierabsatz in Bayern – dank starkem Export – um gut ein Prozent auf 23,8 Millionen Hektoliter gestiegen. Bundesweit gab es ein Minus von 2,5 Prozent. „Aus Bayern stammt jedes vierte in Deutschland gebraute Bier und jedes dritte, das exportiert wird“, so Ebbertz. Um den Exporterfolg zu schützen, wollen die Brauer vor allem den Status der geschützten geografischen Herkunft verteidigen, den bayerisches Bier von der EU verliehen bekommen hat. „Da können wir uns ruhig den französischen Champagner zum Vorbild nehmen“, meinte Brauer-Präsident Georg Schneider. Es gebe nämlich im Zuge von Freihandelsabkommen immer wieder Bestrebungen, den Herkunftsschutz aufzuweichen. Aktuell versuche Mexiko „Bayerisches Bier“ als bloße Gattungsbezeichnung darzustellen – „was bedeuten würde, dass Bier mit der Bezeichnung auch in Mexiko gebraut sein kann“, so Schneider.

Sorgen bereitet den Brauern auch der anhaltende Preisdruck in der Branche. So würden rund 70 Prozent der Premiumpilse mittlerweile als verbilligte Aktionsware verkauft. Da dieses Pils im Handel mit den in Bayern üblicheren Sorten wie Helles oder Weizenbier konkurriere, gerieten auch deren Preise unter Druck. So laufe beim Weizenbier schon die Hälfte als Sonderangebot, sagte Schneider – und das bei steigenden Kosten für die Brauer, sei es beim Hopfen oder beim Personal.

Die seit einigen Jahren laufende Craftbier-Welle, die die Zahl der Kleinst- und Gasthausbrauereien ansteigen lässt, beunruhigt die traditionellen Brauer hingegen nicht, im Gegenteil: „Das belebt die ganze Branche und gibt auch etablierten Brauereien neue Impulse“, meinte Schneider. Dennoch glaubt er nicht, dass Craftbiere vom Volumen her noch großes Wachstumspotenzial hätten. „Wir haben in Bayern schließlich schon eine unglaubliche Vielfalt beim Bier.“ corinna Maier

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