München – Albrecht Schmidt war einst der bekannteste Banker Deutschlands. Auch viele, die sonst nicht die Wirtschaftsseiten studieren, verfolgten im Jahr 1998 den Krimi um eine Bankenfusion und um das publikumswirksame Aufeinandertreffen zweier durchaus konträrer Charakterköpfe. Heute feiert Schmidt seinen 80. Geburtstag.
Als Chef der einstigen Bayerischen Vereinsbank schmiedete er mit der Bayerischen Hypobank einen neuen Bankenriesen – und entwand das Geldhaus so dem Zugriff der Deutschen Bank, die gern in Bayern zugegriffen hätte.
Danach folgte eine lange, publikumswirksame Auseinandersetzung zwischen Schmidt und dem Chef der vormaligen Hypobank, Eberhard Martini – es ging um Altlasten im Immobilienbereich aufseiten der Hypo wie auch um persönliche Animositäten. Recht behielt am Ende Albrecht Schmidt, auch wenn er darauf angesichts fauler Kredite im Milliardenbereich wahrscheinlich gerne verzichtet hätte. Nach dem Ausscheiden Martinis formte Schmidt das Geldhaus weitsichtig zu einer „Bank der Regionen“. Am Ende einer langen Banker-Karriere – er behielt noch Aufsichtsratsmandate bei Siemens und der Münchener Rück – blieb dennoch ein für Schmidt wohl bitterer Nachgeschmack: „Seine“ Bank konnte ihre Unabhängigkeit nicht verteidigen, zu schwer wogen die Altlasten. Die italienische Unicredit ist heute Besitzerin der HypoVereinsbank.
Der gebürtige Leipziger Albrecht Schmidt war immer auch jenseits des Bankgeschäfts rührig und schaffte viel für seine Wahlheimat München. Auf seine Initiative hin eröffnete 2001 die Hypo-Kunsthalle in den Fünf Höfen, er engagiert sich noch heute für die Opernfestspiele, ist im Kuratorium der Max-Planck-Stiftung ebenso aktiv wie im Pinakotheksverein, dem Bayerischen Nationalmuseum sowie der Glyptothek. Seinen runden Geburtstag feiert Schmidt im Kreis seiner Familie. Er ist verheiratet, hat zwei Töchter und vier Enkelkinder. corinna Maier