Bayerns Metaller können tausende Lehrstellen nicht besetzen

von Redaktion

München – In der bayerischen Metall- und Elektroindustrie sind im vergangenen Jahr so viele Lehrlinge eingestellt worden wie nie zuvor. Dennoch blieben tausende Ausbildungsplätze unbesetzt, wie die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm berichten.

Mit 15 153 Ausbildungsverträgen – ein Plus von 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – habe man 2017 einen neuen Rekord erzielt, sagt Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Eine aktuelle Umfrage unter den Betrieben der bayrischen M+E-Industrie zeigt allerdings: Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge könnte noch höher sein, wenn es mehr geeignete Bewerber gäbe. Eine vierstellige Zahl von Lehrstellen sei im vergangenen Jahr in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie unbesetzt geblieben, so Brossardt.

Im Vergleich zu anderen Branchen stehen die bayerischen Metaller allerdings noch gut da mit ihrer Ausbildungsbilanz. Laut Brossardt liegt das unter anderem an der Höhe der Ausbildungsvergütung und der hohen Übernahmequote in der bayerischen M+E-Industrie.

So lag die Azubi-Vergütung 2017 im Schnitt bei 1065 Euro im Monat. „Ab 1. April 2018 wird die Durchschnittsvergütung weiter steigen und bei 1111 Euro liegen“, so Brossardt. Rund 90 Prozent der ausgelernten Lehrlinge wurden 2017 übernommen, bei gut acht Prozent war es der eigene Wunsch des Azubis, nicht weiter beschäftigt zu werden. „Nur in zwei Prozent der Fälle wird das Arbeitsverhältnis auf Wunsch des Unternehmens nicht weitergeführt“, so Brossardt, der davon ausgeht, dass auch 2018 die Zahl der Azubis erneut steigen wird – allerdings nur noch um 0,3 Prozent. manuela dollinger

Artikel 3 von 6