Bayern LB

Erste Dividende seit zehn Jahren

von Redaktion

München – Erstmals seit Ausbruch der Finanzmarktkrise im Jahr 2007 erhalten die Eigentümer der Bayerischen Landesbank wieder eine Dividende. Freistaat und Sparkassen können mit einer Ausschüttung in Höhe 50 Millionen Euro rechnen, wie aus den gestern in München veröffentlichten Bilanz-Kennzahlen der BayernLB hervorgeht. „Das ging schneller als von mir erwartet“, sagte BayernLB-Vorstandschef Johannes-Jörg Riegler.

Der Freistaat Bayern besitzt seit der Rettung der BayernLB 75 Prozent der Bank, die restlichen 25 Prozent gehören den bayerischen Sparkassen. Das Finanzministerium teilte mit, zusammen mit Zinsen auf die stille Einlage, die vergangenes Jahr zurückgeführt wurde, fließen dem Freistaat 2018 rund 75 Millionen Euro zu.

Die Eigentümer profitieren von einem kräftigen Gewinnplus der BayernLB. Auch dank einer üppigen Steuererstattung vom Finanzamt war es der Bank 2017 gelungen, ihren Gewinn auf Konzernebene um 24,4 Prozent auf 677 Millionen Euro zu steigern. Statt Steuern in Höhe von 158 Millionen Euro ans Finanzamt zu zahlen wie 2016, erhielt die BayernLB 2017 insgesamt 27 Millionen Euro zurück. „Im vergangenen Jahr haben wir die Betriebsprüfung abschließen können und haben für mehrere Jahre die Steuererklärungen aktualisiert – dadurch kam es zu Rückzahlungen“, nannte Finanzvorstand Markus Wiegelmann einen von mehreren Gründen.

Ohne Berücksichtigung dieses Effekts ging der Vorsteuergewinn von 708 Millionen Euro im Jahr 2016 auf 652 Millionen Euro im vergangenen Jahr zurück. Verglichen mit den Jahren der Sanierung kann Riegler mit dem Ergebnis dennoch zufrieden sein.

Dass die Gewinne wieder sprudeln, ist auch der Konzern-Tochter DKB zu verdanken. Die Berliner Direktbank entpuppt sich mehr und mehr als Goldesel. 272 Millionen des Vorsteuergewinns kamen 2017 aus Berlin. Damit blieb die DKB auf Konzernebene das stärkste Segment der Landesbank. Zwar hatte die DKB im Jahr 2016 mit 353 Millionen Euro einen deutlich höheren Vorsteuergewinn ausgewiesen als vergangenes Jahr, 2016 hatte die DKB aber auch ihren Anteil an der Kreditkartenfirma Visa für 132 Millionen Euro verkauft. „Bereinigt um den Visa-Ertrag hat die DKB eine Steigerung hingelegt“, sagte Finanzchef Wiegelmann bezogen auf 2017.

Wie hoch die Bonuszahlungen für die BayernLB-Mitarbeiter nach dem erfolgreichen Geschäftsjahr ausfallen, wollte Riegler gestern nicht sagen. Er sagte lediglich, die Zahlungen seien stabil geblieben und bewegten sich insgesamt in einer Höhe, „die sonst zwei Handvoll Menschen in anderen Banken bekommen“.

Im laufenden Jahr rechnet Riegler ebenfalls wieder mit einem Gewinn in Höhe eines dreistelligen Millionenbetrages. Auch können die Eigentümer mit weiteren Dividenden rechnen. „Die Pflicht haben wir hinter uns, jetzt kommt die Kür“, sagte Riegler. Ziel sei es, dauerhaft eine der stärksten Regionalbanken in Europa zu sein. Sebastian Hölzle

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