Neue Krebstherapie rückt näher

von Redaktion

München – Jahrelang wurde daraufhin gearbeitet. Nun hat Medigene die Zulassung für eine klinische Studie erhalten, in der eine neuartige Krebsimmuntherapie an Patienten getestet werden kann. Es ist die erste Studie ihrer Art in Deutschland – involviert sind Krebszentren in Regensburg, Würzburg und Erlangen. „Damit gehört Medigene zu den wenigen Unternehmen weltweit mit einer TCR-basierten Immuntherapie in der klinischen Entwicklung“, erklärte Dolores Schendel, Vorstandschefin des Biotechnologieunternehmens aus Martinsried bei München am Donnerstag.

Bei der TCR-Immuntherapie namens MDG1011 werden Patienten Zellen entnommen und so behandelt, dass sie, zurück im Körper, Tumorzellen erkennen und zerstören sollen. Ein neuer Ansatz in der Krebstherapie, der irgendwann Knochenmarktransplantationen überflüssig machen soll, so Schendels Vision. Fünf bis sechs Jahre dauere es in der Regel vom Start solcher klinischer Studien bis zur Marktzulassung, erläuterte Finanzvorstand Thomas Taapken. Vorausgesetzt, die Studienergebnisse sind positiv.

Alle Kräfte werden auf die neuen Therapien konzentriert. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sollen im laufenden Jahr entsprechend zulegen – auf 22 bis 24 Millionen Euro (2017: 14,9). Auch der Verlust soll steigen, 2017 lag der Fehlbetrag bei 13,6 Millionen Euro. Die Finanzierung ist vorerst bis 2020 gewährleistet. Dann wird man sehen, wo MDG1011 steht. m. dollinger

Artikel 5 von 7