Elektromobilität

Tesla-Chef Musk nervt die Anleger

von Redaktion

Palo Alto – Erst Rekordverlust, dann mürrische Töne vom Firmenchef: Wird der E-Auto-Pionier Tesla vom Superstar zum Sorgenkind der Börse? An tiefrote Zahlen hat sich die Wall Street zwar inzwischen gewöhnt, doch Elon Musks als arrogant empfundener Auftritt nach Vorlage der Quartalszahlen geht Anlegern auf die Nerven – die Aktie stürzte zum Handelsstart am Donnerstag um acht Prozent ab.

Dabei hatte es zuerst gar nicht so schlecht ausgesehen: Tesla schrieb im ersten Quartal zwar einen Rekordverlust von rund 710 Millionen Dollar (593 Millionen Euro), wie das Unternehmen am Vorabend im kalifornischen Palo Alto mitgeteilt hatte. Damit wurde das Minus im Jahresvergleich mehr als verdoppelt. Doch an der Wall Street war ein noch schlechteres Ergebnis befürchtet worden, sodass die Zahlen zunächst positiv aufgenommen wurden. Auch der Umsatz übertraf mit einem Plus von 26 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar die Erwartungen.

Dann folgte allerdings die bizarre Telefonpressekonferenz des Tesla-Chefs. Musk bezeichnete Fragen als trocken, langweilig und „nicht cool“. Wichtige Antworten, etwa wie viele Reservierungen noch für den Hoffnungsträger Model 3 vorliegen, blieb Musk schuldig. Tesla kämpft weiterhin mit dem – von Musk selbst als „Produktionshölle“ – bezeichneten Anlauf der Serienfertigung seines ersten Mittelklasseautos Model 3. Zwar bestätigte die Firma ihr Ziel, bis Mitte des Jahres pro Woche rund 5000 Wagen vom Band laufen zu lassen. Doch Musks ehrgeizige Vorgaben wurden schon mehrfach verfehlt und nach hinten verschoben. Zuletzt ging es immerhin etwas voran: In der letzten Aprilwoche stellte Tesla 2270 Model 3 her, Ende März waren es nur 2020 gewesen.  dpa

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