Essen – „Energie war noch nie langweilig – aber heute passiert unglaublich viel“, beschreibt Eon-Chef Johannes Teyssen die Lage auf dem Strommarkt in Deutschland. Er selbst hat daran gehörigen Anteil. In nicht einmal vier Jahren hat Teyssen den weit verzweigten Riesen Eon in seine Einzelteile zerlegt und steht jetzt kurz davor, einen Energiekonzern ohne eigene Stromproduktion zu bauen.
Durch den Deal mit RWE, bei dem die RWE-Tochter Innogy zerschlagen wird, löse sich Eon „als erstes Unternehmen endgültig aus dem Kreis der alten europäischen Energieversorger“, lobte Teyssen sein Konzept am Mittwoch bei der Hauptversammlung in Essen. Eon will sich künftig ganz auf die profitablen Energienetze und das Kundengeschäft konzentrieren, an RWE sollen die erneuerbaren Energien gehen. Viel Kritik bekam Teyssen von den Aktionären nicht zu hören. „Der Deal begeistert fast alle“, sagte Thomas Hechtfischer von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Eon sei der „Hauptprofiteur, wenn nicht der Sieger“ des Geschäfts mit RWE. dpa