München – Wacker schüttet erstmals in der Firmengeschichte eine Sonderdividende aus: 2 Euro pro Aktie zusätzlich zu den regulären 2,50 Euro, macht 4,50 Euro – die höchste Dividende, die Wacker je gezahlt hat. Das freut die Anleger, die den Bonus beim Aktionärstreffen am Mittwoch in München mit reichlich Applaus quittierten. „Der Umsatz ist im vergangenen Jahr gestiegen, die Schulden wurden reduziert und es wird eine Sonderdividende gezahlt. Da kann man nicht meckern“, lobte Andrea Winter von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SDK).
Anlass für das Extrageld ist ein Sondergewinn, den Wacker durch den Verkauf von Anteilen an der ehemaligen Tochter Siltronic verbucht hat. Gut 30 Prozent hält Wacker nun noch an Siltronic – und das soll vorerst auch so bleiben, beteuerte Vorstandschef Rudolf Staudigl. Pläne zu einer weiteren Reduktion gebe es nicht. „Wir profitieren als Aktionär von der guten Entwicklung“, so Staudigl. Angesichts des Höhenflugs der Siltronic-Aktie, deren Wert sich seit dem Börsengang mehr als vervierfacht hat, würde eine Trennung erneut Millionen in die Wacker-Kassen spülen. Doch auch ohne Sondergewinn ist man bei Wacker – nach einem guten Start im ersten Quartal – optimistisch. „Wir wollen unseren Erfolgskurs im Geschäftsjahr 2018 fortsetzen“, so Staudigl.
Applaus gab es am Mittwoch auch angesichts eines eigentlich wenig erfreulichen Themas. Im vergangenen Herbst kam es am neuen amerikanischen Wacker-Standort in Charleston zu einer Wasserstoffexplosion. Grund war ein technischer Defekt an einem Kompressor. Bei dem Unfall wurde niemand verletzt. Allerdings wurde ein Teil des Werkes stark beschädigt, sodass die Anlage über Monate stillstehen musste. Erst vor vier Wochen wurde damit begonnen, die Produktion wieder hochzufahren. Die Mitarbeiter am Standort wurden während des Stillstands alle weiterbeschäftigt. „Wir verstehen das als unsere unternehmerische Verantwortung. Das ist Teil der Wacker-Kultur“, betonte Staudigl unter dem Beifall der Aktionäre.
Teil von Wacker ist auch weiterhin Peter-Alexander Wacker – Urenkel von Alexander Wacker, der 1914 den Grundstein für den heutigen Chemiekonzern legte. Der 67-Jährige wurde am Mittwoch als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG bestätigt. Mit Ann-Sophie Wacker, der ältersten Tochter von Peter-Alexander Wacker, zog zudem die nächste Generation der Unternehmerfamilie in den Aufsichtsrat ein.
manuela dollinger