Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht angesichts der hohen Steuereinnahmen Spielräume für deutliche Abgabenentlastungen in Deutschland. Damit weicht der IWF mit seiner Chefin Christine Lagarde von der Linie ab, dass zusätzliches Geld vor allem in die Infrastruktur investiert werden soll. Dies könnte aber nach einer neuen Analyse zu einer Überhitzung der Konjunktur führen, berichteten der „Spiegel“ und das „Handelsblatt“ mit Blick auf eine neue IWF-Analyse. Der IWF sehe gerade in der hohen Abgabenbelastung für untere Einkommen eine Schwachstelle im deutschen Steuer- und Sozialsystem. Das mindere den Anreiz, eine Arbeit aufzunehmen.
Der Chip-Produzent Infineon Technologies AG will noch in diesem Jahr ein neues Entwicklungszentrum für Automobilelektronik und Künstliche Intelligenz in Dresden einrichten. In einer ersten Phase sollen 100 neue Arbeitsplätze entstehen, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Langfristig sollen 250 Mitarbeiter dort arbeiten. Ziel ist es, neue Produkte in den Bereichen Automobilelektronik und Künstliche Intelligenz zu entwickeln.
Die italienische Krisenbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) hat im ersten Quartal unerwartet schwarze Zahlen geschrieben. In den Monaten Januar bis März sei unter dem Strich ein Gewinn von 188 Millionen Euro übrig geblieben, teilte die drittgrößte italienische Bank am Freitag in Siena mit. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Verlust von 169 Millionen Euro angefallen. Viele Experten hatten auch jetzt mit roten Zahlen gerechnet.
Die französische Bahngesellschaft SNCF schätzt die Kosten der dreimonatigen Streikwelle auf mehr als 300 Millionen Euro. „Der Streik ist für uns sehr teuer“, sagte Konzernchef Guillaume Pepy am Freitag dem Sender Franceinfo. Die Fluggesellschaft Air France klagt wegen der Arbeitsniederlegungen über sinkende Passagierzahlen. SNCF-Chef Pepy verteidigte erneut die Bahnreform von Präsident Emmanuel Macron, mit der er das Unternehmen für den Wettbewerb öffnen will. Die Gewerkschaften fürchten eine Privatisierung der Bahn und wollen bis mindestens Ende Juni zu Streiks aufrufen.
Vom angekündigten Streik bei der Lufthansa-Tochter Brussels Airlines sind in der kommenden Woche fast alle Deutschland-Verbindungen betroffen. An beiden Streiktagen, Montag und Mittwoch, sollen nur je 8 Flüge von oder nach Deutschland starten, wie aus einer Online-Übersicht der Fluggesellschaft hervorgeht. Insgesamt werden 40 Flüge pro Tag angeboten.