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30 Millionen für neue Start-up-Schmiede in München

von Redaktion

München – Susanne Klatten treibt ihre Vision von einem Silicon Valley in München voran: 30 Millionen Euro steckt die BMW-Erbin in eine neue Start-up-Schmiede. Das Gebäude soll Platz für 250 Jungunternehmen bieten – und das Problem der weltweiten Verstädterung lösen. „Wir wollen nichts weniger, als weltweit führend zu sein, wenn es darum geht, innovative Lösungen für die Städte der Zukunft zu schaffen“, sagte Klatten gestern bei der Vorstellung ihrer neuen Pläne in München. Allein in der bayerischen Landeshauptstadt werde die Einwohnerzahl bis 2035 auf 1,8 Millionen steigen, weltweit würden bis zur Mitte des Jahrhunderts 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben.

„Dieses enorme Wachstum provoziert Fragen, die es zu lösen gilt“, sagte die Großaktionärin von BMW. „Wie schafft man eine effiziente Energieversorgung? Wie reduziert man Umweltbelastung? Wie steuert man intelligent Mobilität in der Stadt?“, fragte Klatten – ohne Antworten zu liefern. Antworten erhofft sie sich von Künstlern, Studenten, Wissenschaftler und Jungunternehmern. Die Milliardärin ist im Gegenzug dazu bereit, Geld und die nötige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, damit junge Menschen die Möglichkeit haben, an technischen Lösungen zu tüfteln.

30 Millionen Euro steckt Klatten über ihre Start-up-Initiative UnternehmerTUM in den Neubau eines Gebäudes in München. Die Stadt München unterstützt ihr Engagement: „Die Stadt stellt das Grundstück zur Verfügung, die UnternehmerTUM baut und betreibt das Zentrum“, sagte Josef Schmid (CSU), Zweiter Bürgermeister der Stadt München.

Das Gründerzentrum soll im geplanten Kreativquartier der Landeshauptstadt entstehen, rund um das Areal der ehemaligen Luitpoldkaserne im Nordwesten. Hier plant die Stadt München seit Jahren eine Art Kleinstadt, in der Wohnen, Arbeiten, Kunst, Kultur und Wissen in einem Viertel vereint werden sollen. Das neue Gründerzentrum passt den Stadtplanern damit ins Gesamtkonzept.

Bislang sind beispielsweise Firmen wie der Fernbusvermittler Flixbus oder der Flugtaxibauer Lilium im Umfeld der UnternehmerTUM entstanden. Neu ist, dass Klatten mit ihrem gestern vorgestellten Gründerzentrum ausschließlich Probleme der Verstädterung lösen will.

Im Herbst sollen die Bagger rollen. Läuft alles nach Plan, sind die Büros und Labore im Herbst 2020 bezugsfertig. 250 Start-ups sollen in dem Gebäude zeitgleich arbeiten.

sebastian hölzle

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