Washington – Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat ihren Leitzins weiter angehoben. Der Schlüsselsatz, zu dem sich Banken gegenseitig Geld leihen, steige um 0,25 Punkte auf eine Spanne von 1,75 bis 2,00 Prozent, teilten die Währungshüter am Mittwoch in Washington mit. An den Finanzmärkten war fest mit dieser Entscheidung gerechnet worden. Die Notenbank begründete den zweiten Zinsschritt in diesem Jahr mit der guten Lage der Konjunktur und des Arbeitsmarkts.
Mit der Leitzinserhöhung steigen zunächst die Kosten für Geld, das Banken sich über Nacht untereinander leihen. Doch dadurch werden tendenziell auch Kredite für Unternehmen und Verbraucher teurer. So kann die Notenbank die brummende Konjunktur bremsen und einer möglicherweise drohenden Überhitzung der Wirtschaft entgegenwirken.
Seit die Fed Ende 2015 begann, ihre im Zuge der Finanzkrise massiv gelockerte Geldpolitik zu normalisieren, wurde das Zinsniveau schon sechsmal um je 0,25 Prozentpunkte erhöht – zuletzt im März. Die US-Notenbank fährt damit einen deutlich strafferen Kurs als die Europäische Zentralbank, deren Leitzins für den Euroraum noch bei null Prozent liegt. Wenn am heutigen Donnerstag der EZB-Rat tagt, erwarten Beobachter allenfalls Hinweise auf einen Fortgang des Anleihenkaufprogramms.