Stuttgart/München – Der Autobauer Daimler bekommt den Handelsstreit zwischen den USA und China und die Folgen der Dieselaffäre zu spüren. Der Konzern kappte vor allem wegen der voraussichtlich steigenden Zölle in China auf US-Importautos seine Prognose für das laufende Jahr. Bislang hatte Daimler-Chef Dieter Zetsche für 2018 einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) leicht über dem Vorjahreswert von 14,7 Milliarden Euro angepeilt. Nun gehen die Stuttgarter davon aus, dass sie in diesem Jahr leicht darunter liegen werden.
An der Börse kam das nicht gut an. Die Daimler-Aktie gab bis zum Nachmittag um 3,76 Prozent nach. Analysten befürchten nun, dass auch Daimlers Konkurrenten Ergebniseinbußen drohen könnten. Ein BMW-Sprecher sagte, man überprüfe laufend mögliche Auswirkungen von sich verändernden Rahmenbedingungen auf das Geschäft. Der Geschäftsausblick sei unverändert.
Der Daimler-Konzern wird Opfer des Handelskonflikts zwischen den USA und China. Das asiatische Land ist ein sehr wichtiger Absatzmarkt für deutsche Autobauer. Die höheren Zölle, die China künftig auf in den Vereinigten Staaten produzierte Wagen verlange, könnten nicht vollständig an Kunden weitergegeben werden, argumentierte der Konzern.
Daimler stellt in den USA in großem Stil Fahrzeuge auch für den Weltmarkt her, rund zwei Drittel gehen in den Export. Im vergangenen Jahr liefen in den US-Werken knapp 290 000 Fahrzeuge bei Daimler vom Band. Darunter befinden sich auch die in China sehr begehrten großen Geländewagen. Daimler geht derzeit davon aus, dass die Chinesen ihre Importzölle ab Juli von 25 auf 40 Prozent anheben werden.