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Steigende Kassenbeiträge

von Redaktion

München – Da die Zahl älterer Menschen in den kommenden Jahrzehnten in Deutschland voraussichtlich zunimmt, rechnet die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) mit steigenden Krankenkassenbeiträgen. Der von Arbeitgebern und Arbeitnehmern je zur Hälfte finanzierte Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung werde von heute 14,6 Prozent auf 18,3 Prozent im Jahr 2035 und auf 19,2 Prozent im Jahr 2045 steigen, sagte vbw-Präsident Alfred Gaffal bei der Vorstellung einer Gesundheitsstudie gestern in München.

„Hier müssen wir gegensteuern, wenn wir im internationalen Wettbewerb langfristig mithalten wollen“, sagte Gaffal. Wie genau die Politik gegensteuern soll, um die Beiträge stabil zu halten, ließ Gaffal allerdings offen. Einen Schlüssel für mehr Effizienz im Gesundheitswesen sieht der vbw-Präsident in der elektronischen Gesundheitskarte. „Leider bleibt die in Deutschland eingeführte Gesundheitskarte trotz Milliardeninvestitionen noch immer weit hinter den heutigen technischen Möglichkeiten zurück“, beklagte Gaffal. „Wir fordern die Politik und die Krankenkassen auf, die Gesundheitskarte endlich mit umfassendem Nutzen einzuführen“, sagte Gaffal. Allein im Klinikum Fürth würden etwa acht Prozent der Notfallpatienten aufgrund von Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Medikamenten eingeliefert, in anderen Kliniken seien die Zahlen ähnlich hoch. „Ein Teil dieser Fälle könnte alleine mit besserer Datenerfassung verhindert werden“, ist Gaffal überzeugt.

Im Koalitionsvertrag haben die Regierungsparteien vereinbart, bis 2021 eine elektronische Patientenakte einzuführen. Geht es nach Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), sollen Kassenpatienten spätestens ab 2021 ihre Patientendaten auch per Handy und Tablet einsehen können. Entsprechende Vorgaben will Spahn laut „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ den Kassen in diesem Monat machen. sh

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