Die EU-Kommission hat Hinweise auf neue Abgas-Tricks europäischer Autohersteller. Diese könnten den Ausstoß des Treibhausgases CO2 zuletzt so angegeben haben, dass sie langfristig weniger strenge Vorgaben erreichen müssten, heißt es in einem am Mittwoch öffentlich gewordenen Brief der zuständigen EU-Kommissare an die EU-Staaten sowie Vertreter des Europaparlaments. Zuerst hatte das „Handelsblatt“ darüber berichtet. Die Auswertung der Behördendaten aus EU-Ländern habe ergeben, dass die Hersteller die Übergangsphase zum WLTP-Standard dafür genutzt haben könnten, „ihre WLTP-Emissions-Werte für 2020 zu überhöhen“, heißt es in dem Schreiben. Dies würde dazu führen, dass auch 2021 geringere Emissionsziele erreicht werden müssten. Bei welchen Herstellern dieses Vorgehen festgestellt wurde, war zunächst unklar.
Bei Deutschlands größtem Autovermieter Sixt läuft es im In- und Ausland rund. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 11 Prozent auf 1,18 Milliarden Euro, der Gewinn vor Steuern verdreifachte sich auf 326 Millionen Euro. Bei diesem Gewinnsprung war der Beitrag aus dem Verkauf der Sixt-Anteile an dem Carsharing-Unternehmen DriveNow zwar der weitaus größte Treiber. Aber auch ohne diesen Sondereffekt lag der Anstieg bei 26 Prozent, wie das Unternehmen am Dienstag auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte.
Der Dax hat gestern unter neuen Sorgen über die Perspektiven der Autobranche gelitten. Eine Gewinnwarnung von Fiat Chrysler und neue Spekulationen über die baldige Einführung von US-Sonderzöllen lasteten auf den am Vortag noch sehr gefragten Autowerten – und damit auch auf dem deutschen Leitindex, der seine Verluste ausweitete. Über die Ziellinie ging der Dax 0,87 Prozent tiefer bei 12 579,33 Punkten.
Die Turbulenzen im Autosektor gipfelten im Mailänder Handel in einem mehr als 15-prozentigen Kursrutsch bei Fiat Chrysler. Bei den Aktien von BMW, Daimler und VW sowie dem Zulieferer Continental führten sie zu Abgaben zwischen 1,2 und 2,7 Prozent. Größer waren aber die Verluste bei Infineon mit knapp 3,5 Prozent. Der Chiphersteller hat ebenfalls ein starkes Standbein im Autosektor.
Nicht viel besser erging es den Aktien von Henkel mit einem Abschlag von 2,5 Prozent. Auf der Sonnenseite standen vor allem die Linde-Aktien, bei denen gute Quartalszahlen mit einem Kursanstieg um 1,2 Prozent honoriert wurden.
Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,22 Prozent am Vortag auf 0,19 Prozent.
Die EZB setzte den Euro-Referenzkurs auf 1,1690 (Dienstag: 1,1706) US-Dollar fest. dpa