Die deutsche Autoindustrie hat erfreut auf den Plan der EU und der USA reagiert, den Handelskonflikt beizulegen. „Dieses Signal der Deeskalation ist wichtig“, stellte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, am Donnerstag in Berlin fest. Es bestehe nun die Chance, zusätzliche Zölle oder gar einen Handelskrieg zwischen den USA und der EU zu verhindern. Die Aktien der Autobauer reagierten mit Kurssprüngen: BMW und Volkswagen zogen um die vier Prozent an. Selbst Daimler konnte am Tag der Bekanntgabe schlechter Bilanzzahlen nach anfänglichen Verlusten deutlich zulegen.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat die Einigung zwischen US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im Handelsstreit vorsichtig begrüßt. BDI-Präsident Dieter Kempf sprach von einem „wichtigen Zeichen der Entspannung in den belasteten Beziehungen“. „Die Zollspirale im transatlantischen Handel scheint vorerst gestoppt zu sein.“ Zugleich mahnte Kempf, jetzt müssten „den Worten aber auch Taten folgen“. Die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, begrüßte die Vereinbarung ebenfalls: Die Weltwirtschaft könne davon nur profitieren.
Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, hat sich skeptisch zum Ausgang der Handelsgespräche geäußert. Zwar gingen die in Aussicht gestellten Lösungen in die richtige Richtung, „aber eine gehörige Portion Skepsis bleibt“, erklärte Schweitzer. „Von Verhandlungen auf Augenhöhe sind wir noch entfernt“, betonte er.
Der Ausgang der Gespräche ist aus Sicht von Gabriel Felbermayr, Leiter des ifo Zentrums für Außenwirtschaft, erfreulich. Das Ziel solcher Verhandlungen müsse ein Abkommen ähnlich zu dem mit Japan sein. Noch könne keine Entwarnung gegeben werden. Allerdings kaufen die Gipfelergebnisse wertvolle Zeit, die nun auch von beiden Seiten sinnvoll genutzt werden muss. Kurzfristig gebe es noch zahlreiche Unklarheiten: Höhere Soja- und Gasimporte der EU zum Beispiel könnten nicht bürokratisch verordnet werden, sondern seien das Ergebnis von Marktprozessen.