Cupertino – Apples jüngere Vergangenheit ist eine Geschichte der Superlative: Kein privater Konzern sitzt auf größeren Geldreserven, keiner wird an der Börse höher gehandelt und den Weltrekord des höchsten je erzielten Quartalsgewinns hält auch der iPhone-Riese aus dem kalifornischen Cupertino. Nun schafft Apple als erstes US-Unternehmen einen dreizehnstelligen Börsenwert. Was angesichts all dieser beeindruckenden Erfolge leicht in Vergessenheit gerät – die Lage war nicht immer so rosig.
1997 stand Apple mit dem Rücken zur Wand und war 90 Tage von der Pleite entfernt, wie der legendäre Mitgründer Steve Jobs 13 Jahre danach in einem Interview verriet. Die Konkurrenz durch den einstigen Marktführer Microsoft setzte Apple stark zu. Jobs, der 2011 im Alter von 56 an Krebs gestorben ist und der bis heute untrennbar mit dem Namen Apple verbunden ist, entschied sich damals zu drastischen Maßnahmen – ein Drittel der Mitarbeiter wurde entlassen, 70 Prozent der Produktpläne über den Haufen geworfen. So gelang die Trendwende: 1998 landete Apple mit dem ungewöhnlichen Desktop-Computer iMac einen ersten wichtigen Hit. 2001 folgte der iPod, der zusammen mit der Download-Plattform iTunes Perspektiven weit über das Computer-Geschäft hinaus eröffnete. Der ganz große Wurf gelang aber erst 2007 mit dem iPhone.
Dank des anhaltenden Erfolgs des Kult-Handys schreibt Apple nun Wall-Street-Geschichte: Der Börsenwert des Konzerns überschritt die Billionen-Dollar-Marke – so hoch wurde noch nie ein US-Unternehmen gehandelt. Mit einem Kurs von knapp über 207 Dollar erreichte die Marktkapitalisierung am Donnerstagabend die magische Eins mit den zwölf Nullen. Der Meilenstein war schon am Vortag nah, nachdem starke Quartalszahlen für kräftigen Kursauftrieb gesorgt hatten. Auf Jahressicht steht die Aktie 22 Prozent im Plus. Gemessen an den Geldreserven von zeitweise deutlich mehr als einer Viertelbillion Dollar galt Apple vielen Marktbeobachtern auch als teuerstes Unternehmen der Welt ohnehin als eher zurückhaltend bewertet. dpa