elektromobilität

Zahl der Stromtankstellen in Bayern steigt

von Redaktion

München – Die geringe Zahl an Stromtankstellen bremst die Elektromobilität aus – auch im Freistaat. Doch es tut sich etwas. Die bayerische Staatsregierung kommt ihrem Ziel, bis 2020 für 7000 öffentlich zugängliche Ladestationen zu sorgen, näher. Im Ladeatlas Bayern, in dem alle Stationen verzeichnet sind, finden sich mittlerweile über 2300 Ladepunkte. Gut 630 werden laut Staatsregierung bald dazukommen, nachdem die dritte Förderrunde für Ladesäulen nun erfolgreich abgeschlossen wurde.

Insgesamt 238 Förderanträge wurden eingereicht, wie das bayerische Wirtschaftsministerium gestern mitteilte. „Damit werden voraussichtlich mehr als 630 zusätzliche Ladesäulen mit rund 1200 Ladepunkten errichtet“, sagte Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer. Damit komme man dem Ziel von 7000 bis zum Jahr 2020 ein großes Stück näher.

Die Staatsregierung hatte im September 2017 ein eigenes Programm zur Förderung der Ladeinfrastruktur für Elektroautos ins Leben gerufen. Kommunen, aber auch Firmen und Privatleute können darüber Zuschüsse für neue Säulen beantragen, wobei gewisse Voraussetzungen erfüllt sein müssen. So muss die Ladesäule unter anderem öffentlich zugänglich sein und mindestens sechs Jahre betrieben werden. Gefördert werden mit einem prozentualen Anteil von 40 Prozent Ladepunkte (bis einschließlich 22 Kilowatt) bis höchstens 3000 Euro sowie der Anschluss an das Stromnetz pro Standort bis höchstens 5000 Euro. Unter Umständen kann die Fördersumme erhöht werden. Insgesamt sind Fördergelder in Höhe von 4,7 Millionen Euro im Haushalt veranschlagt. Bisher wurde laut Ministerium die Förderung von rund 500 Ladesäulen genehmigt.

Im Ladeatlas Bayern (online unter ladeatlas.elektromobilitaet-bayern.de) sind alle Ladepunkte in einer interaktiven Karte verzeichnet. Hier wird deutlich: ein Großteil der Ladestationen befindet sich aktuell in Bayerns Städten. Besonders groß ist die Dichte in München, wo sich rund 200 Ladepunkte befinden. Aber auch die Zahl der zugelassenen Elektroautos ist mit 2300 hier besonders hoch. So kommen in München etwa elf Elektroautos auf eine Ladestation. Zum Vergleich: In ganz Bayern liegt der Schnitt bei 5,62. Auf 12 953 Elektroautos kommen 2306 Ladestationen.

Wichtig: Wer sein Elektroauto aufladen möchte, braucht in der Regel eine Ladekarte vom jeweiligen Anbieter, mit der die Steckdose an der Tanksäule freigeschaltet werden kann. Alternativ kann oft via Smartphone (dazu muss eine App heruntergeladen werden) bezahlt werden, was aber unter Umständen teurer kommt. Manchmal werden auch Karten anderer Anbieter akzeptiert, die sich in einem Ladeverbund zusammengeschlossen haben.

Ein Beispiel der Stadtwerke München, die zahlreiche Ladestationen betreiben: Hier kostet die SWM-Ladekarte monatlich 10,12 Euro brutto. Dazu kommen pro Ladung 1,80 Euro brutto. Für Direktzahlungen via Smartphone werden 7 Euro (Wechselstrom/AC Ladung), beziehungsweise 10 Euro (Gleichstrom/Schnell/DC-Ladung) brutto je Ladevorgang fällig.

Fahrer von Elektroautos – oder solche, die es gerne werden möchten – sollten sich über die verschiedenen Anbieter und die Preise in ihrer Region informieren. Alle nötigen Informationen sind im Ladeatlas hinterlegt.

manuela dollinger

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