Amberg – Der chinesische Jifeng-Konzern hat seinen Anteil am bayerischen Autozulieferer Grammer mit dem Ablauf einer verlängerten Kauffrist für Aktionäre auf 84,23 Prozent erhöht. Der Kauf sei damit vollständig abgeschlossen, sagte ein Grammer-Sprecher am Dienstag. „Wir sind erleichtert, dass es so gekommen ist“, betonte Vorstandschef Hartmut Müller. „Es ist jetzt eine positive Situation für uns, da wir unsere Strategie fortsetzen können, wie wir es wollen.“ Mit der Übernahme durch Jifeng geht das unliebsame Kapitel mit der bosnischen früheren Eigentümerfamilie Hastor zu Ende. Die Aktien von Grammer stiegen gestern zeitweise um 2,5 Prozent.
Die Hastors waren Anfang 2016 bei Grammer eingestiegen und versuchten, Vorstand und Aufsichtsrat neu zu besetzen. Das scheiterte aber am geschlossenen Widerstand der anderen Aktionäre, der Arbeitnehmer und der Politik. Hastor lag auch mit den beiden wichtigsten Grammer-Kunden VW und Daimler über Kreuz – Hastor-Zulieferfirmen hatten 2016 die VW-Bänder in Wolfsburg und Emden vorübergehend stillgelegt.
Anfang August dieses Jahres hatte Grammer schließlich mitgeteilt, dass Hastor seine Beteiligung nahezu komplett verkauft habe und Jifeng die Übernahme geglückt sei. Die Chinesen, die bereits seit Oktober 2017 rund 25 Prozent der Anteile besessen hatten, hielten nun rund 74 Prozent.