Berlin – Je länger Mieter in ihrer Wohnung leben, desto weniger steigen ihre Wohnkosten. Das geht aus einer Umfrage des Eigentümerverbands Haus und Grund unter privaten Vermietern hervor. Wer in den vergangenen fünf Jahren einen Mietvertrag unterschrieben hat, zahlt demnach rund 2,2 Prozent mehr als die ortsübliche Vergleichsmiete. Wer aber seit fünf bis zehn Jahren in seiner Wohnung lebt, liegt knapp 4 Prozent darunter. Bei zehn bis 20 Jahren Wohndauer sind es etwa sieben Prozent weniger.
„Die privaten Vermieter scheuen bislang davor zurück, im laufenden Mietverhältnis die Miete zu erhöhen“, sagt Verbandspräsident Kai Warnecke. 22,6 Prozent erhöhten die Miete nur bei einem Mieterwechsel – was im Schnitt alle acht Jahre geschieht. Vor drei Jahren lag die Quote noch bei 27,2 Prozent, seither geht sie zurück.
Der Verband sieht den Grund in der politischen Diskussion: Mancher Vermieter erhöhe schnell, bevor es vielleicht nicht mehr möglich sei. „Wenn offensichtlich alle bemüht sind, die Mieten einzufrieren, dann weckt das den einen oder anderen aus der Mieterhöhungslethargie.“ Laut Warnecke könnten die rund 3,9 Millionen privaten Vermieter eine größere Rolle im Kampf gegen Wohnungsmangel spielen.
Haus und Grund hat 2000 Mitglieder mit 5800 Wohnungen in neun Städten befragt: Düsseldorf, Gelsenkirchen, Kassel, Lübeck, Magdeburg, München, Osnabrück, Pirmasens und Tübingen. Die Auswahl sei repräsentativ für Deutschland. dpa