Berlin – Schwelende Handelskonflikte weltweit und ein „Zulassungsstau“ bei Autos mit dem neuen WLTP-Standard: Die Bundesregierung hat aus einer Reihe von Gründen ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland für dieses und das kommende Jahr auf 1,8 Prozent deutlich gesenkt. Für die Entwicklung der Arbeitsplätze und der Reallöhne seien die Aussichten hingegen „erfreulich“, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Donnerstag.
Für 2018 und 2019 werde ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von jeweils 1,8 Prozent erwartet, sagte Altmaier. In ihrer Frühjahrsprognose war die Regierung noch von einem Wachstum von 2,3 Prozent in diesem und 2,1 im nächsten Jahr ausgegangen. Auch die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute hatten ihre Prognose kürzlich gesenkt.
Ein wesentlicher Grund für die Absenkung sei das schwächere außenwirtschaftliche Umfeld, erklärte das Ministerium: Die Weltwirtschaft dürfte „im Projektionszeitraum leicht an Schwung verlieren“. Noch immer gebe es weltweit schwelende Handelskonflikte, deren Eskalation verhindert werden müsse, sagte Altmaier. Vor allem der Konflikt zwischen den USA und China spitze sich zu, und das habe Auswirkungen auf das globale Wachstum und in der EU. „Wir müssen unser multilaterales Handelssystem der WTO schützen.“
Für die Exporte würden nur „moderate Zuwächse erwartet“, prognostizierte das Ministerium. Der neue Testzyklus für Pkw (WLTP) habe außerdem zu Verzögerungen im Zulassungsverfahren geführt, was Produktion und Exporte „vorübergehend negativ“ beeinflusse. Derzeit gebe es einen „Zulassungsstau“, mit dem die Industrie auch im letzten Quartal noch zu tun haben werde. Nicht zuletzt musste die Bundesregierung eine Revision des Statistischen Bundesamts in die Prognose einarbeiten und diese dadurch senken. afp