Iran-Sanktionen: Europäische Firmen unter Zugzwang

von Redaktion

In Deutschland sind Autokonzerne wie Daimler betroffen – Auch Siemens kappt Geschäfte mit Teheran

Wahington/Teheran – Die neuen US-Sanktionen gegen den Iran sollen vor allem den Öl- und Bankensektor des Landes treffen. Damit setzen die USA aber auch vielen europäischen Firmen die Pistole auf die Brust: Wenn sie weiter mit dem Iran Geschäfte machen, verlieren sie ihren Zugang zu den US-Märkten.

Autoindustrie

Bereits der erste Teil der Sanktionen vom August hatte die europäischen Fahrzeughersteller hart getroffen. Daimler trat den Rückzug an. Der Autokonzern hatte 2016 nach dem Ende der Sanktionen angekündigt, im Iran Lkw verkaufen zu wollen. Volkswagen bestätigte einen möglichen Rückzug bislang nicht. Der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hatte im September aber verkündet, VW werde sich nahezu vollständig zurückziehen. Die französischen Hersteller Renault und PSA produzieren knapp die Hälfte aller neu zugelassenen Autos im Iran. Renault will – in reduziertem Umfang – weitermachen; PSA steigt aus.

Luftfahrt

Nach 2015 erhielt Airbus Aufträge für hundert Flugzeuge. Ein Verlust des iranischen Markts dürfte für Airbus jedoch zu verschmerzen sein.

Energie

Ab heute belegen die USA den Import von Energie und Öl aus dem Iran mit Sanktionen. Bereits im August hatte der französische Konzern Total seinen Ausstieg angekündigt. Auch Siemens hat seine Geschäfte im Iran eingestellt.

Eisenbahn

Am heftigsten dürften die US-Sanktionen auf italienische Firmen durchschlagen. Die staatliche Bahngesellschaft Ferrovie dello Stato hatte 2017 einen Vertrag über den Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke abgeschlossen.

Banken

Europäische Banken, die ab Montag an Transaktionen iranischer Banken beteiligt sind, sollen den Zugang zu den US-Märkten verlieren. Die meisten Institute kündigten rasch ihren Rückzug an.

Tourismus

Die Fluggesellschaften British Airways und Air France haben im September ihre Flüge in den Iran eingestellt. Lufthansa und Alitalia wollen Teheran weiter anfliegen. afp

Artikel 5 von 6